Diskutiert, 2. Quartal 2020

Die Bildredakteure recherchieren im Bestand nach Fotos, die zu Themen passen, die diskutiert werden. Hier ist eine repräsentative Auswahl der Themen, die im 2. Quartal 2020 diskutiert wurden und zu denen die Bildredakteure Fotos aus dem Bestand recherchiert haben.

Agribusiness

Agrar stützt BASF-Geschäft

Agrar stützt BASF-Geschäft. Foto: Peter Gaß frg/wiwo/basf. WIESBADEN/DÜSSELDORF/LUDWIGSHAFEN AM RHEIN. 12. Juni 2020 – Die BASF hat die Zahlen für das erste Quartal 2020 vorgelegt. Die Wirtschaftswoche hat sich diese genauer angeschaut. Danach hat die Sparte Agrarchemie mit dem Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft ca. die Hälfte des operativen Gewinns beigetragen. Da die Agrarsparte Corona-Resitent ist, dürfte sie für das Gesamtjahr 2020 der wichtigste Gewinnbringer sein.
12.06.2020; in: Resistent dank Agrarchemie; Wirtschaftswoche, 25/2020, Freitag, 12. Juni 2020, Seite 84.

DLG-Feldtage 2020: Live-Fachforen mit Diskussionen im Internet am 16. Juni 2020

Leguminosen bei den DLG-Feldtagen. Foto: Peter Gaß frg/dlg. WIESBADEN/FRANKFURT AM MAIN. 8. Juni 2020 – Das digitale Ersatzprogramm der DLG-Feldtage 2020 ist seit Montag, dem 8. Juni 2020 online. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und ihre Aussteller präsentieren für die Fachbesucher ein virtuelles Informationsangebot. Dies ist über die Internetadresse www.dlg-feldtage.de abrufbar. Dadurch kann der Treffpunkt für Pflanzenbauprofis im Jahr 2020 wenigstens im Netz realisiert werden. Interessenten können sich zu Hause am Computer oder mobil am Smartphone audiovisuell über aktuelle Themen aus dem Bereich Pflanzenbau informieren, die zu den DLG-Feldtagen in Lippstadt dieses Jahr präsentiert worden wären.

Fachvorträge, die üblicherweise im Forenzelt stattfinden würden, werden am Dienstag, 16. Juni 2020, im Rahmen von Webinaren kostenfrei durchgeführt. Interessenten können dabei die Präsentationen kostenfrei über die Internetsite der DLG-Feldtage verfolgen und als registrierte Nutzer auch an Diskussionen teilnehmen. Im Einzelnen stehen folgende deutschsparachige Themen auf dem Programm:

  • 13.00-14.00 Uhr: Pulsweitenmodulation im Pflanzenschutz. Was bringt die Technik in der Praxis?
    Dr. Harald Kramer von der LK NRW, Bernd Göbel von TeeJet Technologies GmbH, Christoph Schulze Stentrop von Hardi International A/S und ein Praktiker und Anwender werden über die Möglich- und Schwierigkeiten dieser Technik sprechen. Pulsweitenmodulation macht unterschiedliche Ausbringmengen bei gleicher Tropfengröße im Pflanzenschutz möglich.
  • 14.00-15.00 Uhr: Mischen, legen, streifen, drehen – Mit welcher Bodenbearbeitung die richtige Basis fürs Bestandesmanagement legen?
    In diesem Forum werden verschiedene Bodenbearbeitungssysteme vorgestellt und mit Praktikern, Beratern und Anbietern diskutiert. Thinus Glitz von der Glitz GbR und MZURI agro, Roman Scheller von Horsch, Gerrit Hogrefe, Berater bei N.U. Agrar und Jörg Schrieber, Ackerbauer in Niedersachsen.
  • 15.00-16.00 Uhr: Mehr Vielfalt auf dem Acker – mehr Erfolg für den Landwirt? Mit Leguminosen geht beides!
  • 13.06.2020; Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ; in: Pressemitteilng, von Montag, 08.06.2020, mit dem Titel „DLG-Feldtage 2020: Der digitale Ersatz ist gestartet“; https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/presse/#!/news/dlg-feldtage-2020-der-digitale-ersatz-ist-gestartet

Begrünte Pufferstreifen am Hang werden Pflicht

Begrünte Pufferstreifen am Hang werden Pflicht. Foto: Peter Gaß frg/bmu. WIESBADEN/BERLIN. 5. Juni 2020 – Der Bundesrat hat am Freitag, dem 5. Juni 2020 abschließend einer Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) zugestimmt. Bei der Novelle geht es um landwirtschaftlich genutzte Flächen, die eine Hangneigung von durchschnittlich mindestens fünf Prozent aufweisen. Wenn diese an ein Oberflächengewässer angrenzen, müssen sie in einem Bereich von fünf Metern dauerhaft begrünt sein. Durch diese „Pufferstreifen“ wird verhindert, dass Nährstoffe wie Nitrat oder Phosphat in naheliegende Fließgewässer oder Seen abgeschwemmt werden. Pufferstreifen sind ein wirksames Mittel gegen Erosion und die Belastung von Oberflächengewässern mit Nährstoffen. Mit der Gesetzesnovelle entsprechen die deutschen Regeln nun den europäischen Standards zum Gewässerschutz.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD): „Mit den begrünten Pufferstreifen verbessern wir den Schutz der Gewässer in Deutschland. Phosphat oder Nitrat aus organischen Düngemitteln gelangen nicht mehr so leicht in Oberflächengewässer und belasten sie. Die neuen Regeln wurden mit dem nötigen Augenmaß für die Interessen von Landwirtschaft und Umwelt getroffen. So können auch Pufferstreifen landwirtschaftlich genutzt werden, etwa als Weidefläche oder zum Grünfutteranbau. Die Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der europäischen Nitrat-Richtlinie.“

Anlass für die Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes ist ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union. Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom Juni 2018, hat die Bundesrepublik Deutschland gegen ihre Verpflichtung zur vollständigen Umsetzung der europäsichen Nitrat-Richtlinie verstoßen. Der Verstoß liege darin, dass Deutschland im September 2014 keine weiteren „zusätzlichen Maßnahmen oder verstärkte Aktionen“ zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus der Landwirtschaft ergriffen habe, obwohl deutlich gewesen sei, dass die bis dahin ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichten. Dazu gehören insbesondere auch Maßnahmen an Flächen mit Hangneigung. Nachdem der Bundesrat bereits die neue Düngeverordnung beschlossen hat, sind die Länder zu deren Umsetzung in entsprechende Landesverordnungen bis Ende 2020 verpflichtet. Die Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Erst mit der vollständigen Umsetzung der Düngeverordnung und dem Inkrafttreten der Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes wäre das Urteil des EuGH vollständig umgesetzt.
10.06.2020; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare sicherheit (BMU); in: Pressemitteilng Nr. 083/20, von Freitag, 05.06.2020, mit dem Titel „Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes sorgt für besseren Schutz der Gewässer vor Belastungen“; https://www.bmu.de/pressemitteilung/novelle-des-wasserhaushaltsgesetzes-sorgt-fuer-besseren-schutz-der-gewaesser-vor-belastungen/

300 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket für Stallumbauten

300 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket für Stallumbauten Foto: Peter Gaß frg/bmel. WIESBADEN/BERLIN. 4. Juni 2020 – Auf Vorschlag der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wird im Rahmen des Corona-Konjunkturpaketes ein Investitionsförderprogramm von 300 Millionen Euro aufgelegt – im Interesse des Tierwohls für Stallumbauten für die zügige Umsetzung besserer Haltungsbedingungen in den Jahren 2020 und 2021. Dies dient nicht nur der Standortsicherung heimischer landwirtschaftlicher Betriebe, sondern fördert zudem das Tierwohl und gibt den Tierhaltern Perspektiven, den gesellschaftlichen Erwartungen für mehr Tierwohl gerecht zu werden. Es sollen Investitionen gefördert werden, die nicht mit Kapazitätsausweitungen verbunden sind und zum Beispiel auch helfen, das so genannte Kastenstandurteil zeitnah umzusetzen. Für die Förderung von Stallumbauten sollen entsprechende, differenzierte Mindestanforderungen an die jeweiligen Tierhaltungen als verlässliche Grundlage für Investitionsentscheidungen gelten.
10.06.2020; Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL); in: Pressemitteilng Nr. 92/2020, von Donnerstag, 04.06.2020, mit dem Titel „Klöckner: Kraftvoller Konjunkturschub für Tierwohlställe, Wald und ländliche Räume“; https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/092-koalitionsausschuss.html

Die Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft durch die Jugend ist gestiegen – sagt sie

Wertschätzung der Landwirtschaft steigt.  Foto: Peter Gaß frg/bmel. WIESBADEN/BERLIN. 29. Mai 2020 – Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), hat am Freitag, dem 29. Mai 2020 den Ernährungsreport 2020 vorgestellt. Die repräsentative forsa-Umfrage beleuchtet die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Umfrage um eine Zusatzbefragung „Ernährung in der Corona-Krise“ ergänzt. „Corona verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen“, betont Bundesernährungsministern Julia Klöckner. „Lebensmittel aus der Region haben an Bedeutung gewonnen. Es ist ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstanden – und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren. Diese neue Wertschätzung gilt es, aufrecht zu erhalten.“

Zentrale Ergebnisse der Zusatzbefragung „Ernährung in der Corona-Krise“

  • Für 39 Prozent der Befragten hat durch Corona die Bedeutung der Landwirtschaft nochmals zugenommen.
  • Besonders hoch fällt dieser Zuwachs bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: Fast die Hälfte misst der Landwirtschaft eine höhere Bedeutung zu (47 Prozent).
  • 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Corona-Krise mehr kochen, als zuvor.
  • 28 Prozent der Befragten nehmen Mahlzeiten häufiger als zuvor gemeinsam ein.
  • Beim Kochen werden mehr frische Zutaten verwendet.

Julia Klöckner weiter: „Nur sechs Prozent nutzen die klassischen Lieferangebote und nur acht Prozent die etablierten Lieferdienste häufiger für fertige Mahlzeiten. Allerdings nehmen 21 Prozent der Befragten für den Einkauf von Lebensmitteln oder fertigen Mahlzeiten häufiger als zuvor Lieferangebote der örtlichen Gastronomen in Anspruch. Das ist auch ein Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn unsere Gastronomie ist Teil unserer Ernährungskultur, sie spiegelt regionale Besonderheiten und Identität wider. Ob die neue Kochbegeisterung von Dauer sein wird oder lediglich den Einschränkungen in der Corona-Pandemie geschuldet ist, werden wir erst später beurteilen können.“
10.06.2020; Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL); in: Pressemitteilng Nr. 91/2020, von Freitag, 29.05.2020, mit dem Titel „Corona verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen“; https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/091-ernaehrungsreport2020.html

Viel zu wenig Niederschlag im Frühjahr 2020

Viel zu wenig Niederschlag im Frühjahr 2020.  Foto: Peter Gaß frg/dwd. WIESBADEN/OFFENBACH. 29. Mai 2020 – Für die Landwirte war das Frühjahr viel zu trocken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat dies nach nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen bestätigt.

Bereits zum 7. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 108 l/m² erreichte das Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts und war eines der sechs niederschlagsärmsten seit 1881. Besonders der Westen und Osten Deutschlands litten unter anhaltender Trockenheit. So kam im Thüringer Becken, im Lee des Harzes sowie an der vorpommerschen Küste mit örtlich weniger als 45 l/m² teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande. Mespelbrunn im Spessart meldete am 11. Mai mit 77,2 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Insgesamt fiel am unmittelbaren Alpenrand sowie im südlichen Schwarzwald mit bis zu 320 l/m² der meiste Niederschlag.
12.06.2020; Deutscher Wetterdienst (DWd); in: Pressemitteilng von Freitag, 29.05.2020, mit dem Titel „Deutschlandwetter im Frühling 2020“; Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung. https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2020/20200529_deutschlandwetter_fruehjahr2020_news.html?nn=495078

Das Frühjahr 2020 war warm

Das Frühjahr 2020 war warm. Foto: Peter Gaß frg/dwd. WIESBADEN/OFFENBACH. 29. Mai 2020 – Wie schon im Vorjahr fiel auch das Frühjahr 2020 recht warm aus. Häufiger Hochdruckeinfluss dabei für eines der sonnigsten Frühjahre seit Aufzeichnungsbeginn und zugleich für deutlich zu wenig Niederschlag. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen. Mit 9,2 Grad Celsius (°C) lag im Frühling 2020 der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Der Frühling startete mit einem milden März, der jedoch zu Beginn seiner letzten Dekade mit einem Temperatursturz und Maxima im oft nur einstelligen Bereich zu Ende ging. Auch der April verlief deutlich zu warm; er zählte sogar zu den sieben wärmsten Aprilmonaten seit Messbeginn 1881. Der Mai zeigte sich leicht zu kühl, dennoch verzeichneten einige Stationen im Süden bis zu sieben Sommertage mit mehr als 25 °C. Den deutschlandweit höchsten Frühlingswert erreichte Lingen im Emsland am 21. Mai mit 29,4 °C. Pünktlich zu den Eisheiligen sank das Thermometer nachts dagegen verbreitet unter den Gefrierpunkt. An manchen Orten traten im Frühling mehr Frosttage als im vorangegangenen Winter auf. Die bundesweit tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese, im Erzgebirge, am 1. April mit -12,0 °C.

Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 705 Stunden auf rund 150 Prozent ihres Solls von 467 Stunden. Damit war der Frühling 2020 mit 2011 das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn 1951. Die sonnenscheinreichen Gebiete lagen mit bis zu 790 Stunden verstreut in ganz Deutschland. Die sonnenscheinärmste Region war der äußerste Süden mit örtlich weniger als 580 Stunden.
12.06.2020; Deutscher Wetterdienst (DWd); in: Pressemitteilng von Freitag, 29.05.2020, mit dem Titel „Deutschlandwetter im Frühling 2020“; Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung. https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2020/20200529_deutschlandwetter_fruehjahr2020_news.html?nn=495078

Tierwohl: Verbale Bereitschaft und Handeln an der Ladentheke klaffen auseinander

Das Frühjahr 2020 war warm. Foto: Peter Gaß frg/bmel. WIESBADEN/BERLIN. 29. Mai 2020 – Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), hat am Freitag, dem 29. Mai 2020 den Ernährungsreport 2020 vorgestellt. Die repräsentative forsa-Umfrage beleuchtet die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Viele der Befragten fordern ein staatliches Tierwohlkennzeichen.

  • 81 Prozent der Befragten begrüßen ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen.
  • Für mehr Tierwohl wären Verbraucher bereit, mehr zu zahlen.
  • 45 Prozent gaben an, bereit zu sein, sogar bis zu 15 Euro pro Kilo* zu zahlen.

Bundesministerin Julia Klöckner: „Die verbale Bereitschaft ist erfreulich, mehr für tierwohlgerechtere Produkte zu zahlen. Leider sieht es an der Ladentheke oftmals noch anders aus. Aber wenn der Verbraucher mehr für ein Produkt zahlen soll, dann will er auch verlässliche und transparente Angaben, dass tatsächlich auch ein Mehr an Tierwohl gegeben ist. Deshalb ist eine entsprechende Kennzeichnung so wichtig.“
10.06.2020; Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL); in: Pressemitteilng Nr. 91/2020, von Freitag, 29.05.2020, mit dem Titel „Corona verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen“; https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/091-ernaehrungsreport2020.html

Neue Düngeverordnung trat zum 1. Mai 2020 in Kraft

Düngeverordnung trat zum 1. Mai 2020 in Kraft. Foto: Peter Gaß frg/bmel. WIESBADEN/BERLIN. 2. Mai 2020 – Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs wegen unzureichender Umsetzung der EG-Nitratrichtlinie war es notwendig geworden, dass Deutschland seine Düngevorgaben verschärft, um die Nährstoffeffizienz zu verbessern und die Nitratgehalte in den belasteten Teilen des Grundwassers zu reduzieren. Nach intensiven Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission hatte der Bundesrat am 27. März 2020 der Verordnung zur Änderung der Düngeverordnung zugestimmt. Die neue Düngeverordnung ist am Donnerstag, dem 30. April 2020, im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am Freitag, dem 1. Mai 2020, in Kraft.
10.06.2020; Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL); in: Pressemitteilng Nr. 80/2020, von Freitag, 30.04.2020, mit dem Titel „Neue Düngeverordnung tritt zum 1. Mai in Kraft“; https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/080-duengeverordnung.html

Das Ackerbarometer 2020 seit 22. April 2020 online

Das Ackerbarometer 2020 seit 22. April 2020 online . Foto: Peter Gaß frg/dlg. WIESBADEN/FRANKFURT AM MAIN. 22. April 2020 – Was wird auf deutschen Äckern ausgesät? Welche Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen werden durchgeführt? Welche Erträge bringen Mais oder Weizen und wie steht es um deren Qualität? Das Ackerbarometer 2020, eine Initiative von raiffeisen.com, der Firma ADAMA und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), sammelt ab seit Mittwoch, dem 22. April 2020, Informationen von Landwirten und stellt diese öffentlich bereit.

Landwirte haben die Möglichkeit, online, anonym und unverbindlich Angaben zur Aussaat, zu Pflanzenschutzmaßnahmen und zur Ernte in eine Datenbank einzutragen. Bei der Eingabe erfolgt weder eine Qualitäts- noch eine Plausibilitätskontrolle. somit ist die gleiche Sorte, das gleiche Pflanzenschutzmittel etc. in verschiedenen Schreibweisen vorhanden. Die Saatstärke bei Mais reicht von 2 Einheiten / ha bis 95.000 Einheiten / ha. 234 Einträge zur Aussaat für acht Kulturen sind sicherlich nicht aussagekräftig.

Es wäre sinnvoll, wenn die Jahreszahl angegeben werden würde. Zur Zeit (Freitag, 12. Juni 2020) werden die Daten von verschiedenen Jahren vermischt. Man kann sich schon (Freitag, 12. Juni 2020) die Ernteergbnisse für Körnermais anschauen.

Das Ackerbarometer ist über die Website www.dlg.org/ackerbarometer zu erreichen. Die Landwirte können damit ihre eigenen Werte mit denen ihrer Berufskollegen in Deutschland zu vergleichen.
12.06.2020; Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ; in: Pressemitteilng, von Mittwoch, 22.04.2020, mit dem Titel „Aussaat, Pflanzenschutz, Ernte: Das Ackerbarometer 2020 geht an den Start“; https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/presse/#!/news/aussaat-pflanzenschutz-ernte-das-ackerbarometer-2020-geht-an-den-start

DLG zertifiziert drei Isofluran-Narkosegeräte für die Ferkelkastration

Isofluran-Narkosegeräte zertifiziert. Foto: Peter Gaß frg/dlg. WIESBADEN/FRANKFURT AM MAIN. 28. April 2020 – Die zuständige Expertenkommission der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG) hat am Dienstag, 28. April 2020, in Frankfurt am Main die ersten drei durch das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel getesteten Isofluran-Narkosegeräte für die Ferkelkastration zertifiziert. Der Zertifizierung gingen umfängliche wissenschaftlich begleitete und erfolgreich absolvierte Tests voraus. Die DLG bestätigt damit, dass die Funktionssicherheit der Geräte gegeben ist und dass bei deren Nutzung wichtige Aspekte des Tierschutzes, der Anwendersicherheit und des Umweltschutz erfüllt werden. Sie macht damit auch den Weg frei für eine Förderung aus dem Bundesprogramm Ferkelnarkosegeräte, die landwirtschaftliche Betriebe für die Anschaffung dieser Geräte beantragen können. Die zertifizierten Geräte sind: PigNap 4.0 des Herstellers BEG Schulze Bremer GmbH, Telefon: 0 25 48 / 91 94 19 – 0, E-Mail: info@schulzebremer.com; Anestacia des Herstellers GDO B.V., in der Ausführung mit drei Narkosestationen, Telefon: 0 72 29 / 3 08 02 22, E-Mail: anestacia@gdo-bv.com; Porc-Anest 3000 des Herstellers Promatec Automation AG, Telefon: 0 32 / 6 81 60 80, E-Mail: info@promatec.ch.

Die Zertifizierung basiert auf dem DLG-Prüfrahmen „Narkosegeräte für die Ferkelkastration“, in dem die Prüfinhalte, die Prüfmethoden und die entsprechenden Bewertungsschemata festgelegt sind. Die DLG-Expertenkommission hat mit ihrem Beschluss allen Geräten bestätigt, dass sie in mehrmonatigen Tests auf landwirtschaftlichen Betrieben und im Prüflabor des DLG-Testzentrums Groß-Umstadt ihre Eignung gemäß den Vorgaben dieses Prüfrahmens bewiesen haben.

Für alle Geräte wird nun ein individueller Prüfbericht verfasst und veröffentlicht, in dem die Testergebnisse ausführlich dargestellt und beschrieben werden. Die Hersteller erhalten mit dem Tag der Zertifizierung ihr Prüfzertifikat und Prüfzeichen, welches ab sofort auf den getesteten Geräten angebracht werden kann.

Hintergrund: Ab dem 1. Januar 2021 ist in Deutschland die betäubungslose Ferkelkastration auch unter acht Tage alter Ferkel verboten. Um Maßnahmen für die Verbesserung des Tierwohls zu fördern, werden landwirtschaftliche Betriebe bei der Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration (Isoflurannarkose) durch Zuwendungen finanziell unterstützt. Die Anschaffung solcher Geräte ist an eine Zertifizierung verknüpft und wird mit bis zu 60 Prozent der Gerätekosten, bzw. maximal mit bis zu 5.000 Euro je Unternehmen gefördert.

Der Förderantrag zur Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration kann online, unter Nutzung des elektronischen Antragssystems, gestellt werden. Nähere Infos zum Bundesprogramm Ferkelnarkosegeräte unter https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Bundesprogramm_Ferkelnarkose/Bundesprogramm_Ferkelnarkose_node.html.
12.06.2020; Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG); in: Pressemitteilng, von Dienstag, 28.04.2020, mit dem Titel „DLG zertifiziert drei Isofluran-Narkosegeräte für die Ferkelkastration“; https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/presse/#!/news/dlg-zertifiziert-drei-isofluran-narkosegeraete-fuer-die-ferkelkastration

Vegetationsperiode begann bereits Mitte März 2020

Vegetationsperiode begann bereits Mitte März 2020. Foto: Peter Gaß frg/dwd. WIESBADEN/OFFENBACH. 21. April 2020 – Durch die milde Witterung im Winter 2019/2020 begann die Vegetationsperiode im Jahr 2020 bereits Mitte März, fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel. Nahezu zeitgleich setzte eine sehr niederschlagsarme Witterung ein. Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen vom 14. März 2020 bis zum 18. April 2020 verbreitet weniger als 10 Liter pro Quadratmeter (l/m²)Niederschlag. Zugleich sorgte an vielen Tagen Sonnenschein, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind für hohe Verdunstungsraten von etwa 6 l/m² am Tag.

Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden. Eine Folge: Vielerorts war der potentielle Wasserbedarf der Vegetation im genannten Zeitraum deutlich größer als die Wassermenge, die durch den Bodenwasserspeicher in der durchwurzelten Bodenzone zur Verfügung gestellt werden konnte.

Allerdings ist, so der DWD, eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang. In den meisten Regionen Deutschlands ist der Bodenwasserspeicher im Mittel am Ende des Winters aufgefüllt. Das entspricht dann einer nutzbaren Feldkapazität (nFK) von rund 100 Prozent. In einem Jahr mit durchschnittlichen Niederschlägen ist der Wasserbedarf der Vegetation im Frühling und Sommer höher als die mittleren Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum. Dadurch trocknen die Böden in den Schichten bis 60 Zentimeter Tiefe bis zum Ende des Sommers auf Werte um die 50 Prozent nFK (eher trockene Regionen) bis 80 Prozent nFK (niederschlagsreiche Regionen) aus. Im Winter 2019/2020 wurden die Bodenwasserspeicher in Deutschland gut gefüllt, im Februar 2020 fiel in weiten Teilen Deutschlands sogar das Zwei-bis Dreifache der üblichen Niederschlagsmenge. Lediglich in der Region vom Thüringer Becken über das südliche Sachsen-Anhalt bis zur Lausitz blieb dieAuffüllung unvollständig.

Die Bodenfeuchte ist neben der Witterung sowohl von der Art des Bodens als auch vom Bewuchs abhängig. Für seine vergleichenden Abschätzungen hat der DWD daher angenommen, dass es sich bei der Bodenart um einen sandigen Lehm und beim Bewuchs um Gras handelt. Die Bodenfeuchteberechnungen beziehen sich soweit nicht anders angegeben auf die obersten 60 Zentimeter. Die Bodenfeuchte wird in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (nFK) angegeben. Die nutzbare Feldkapazität ist eine Größe für das pflanzenverfügbare Wasser im Boden. Bei 100 Prozent nFK kann der Boden kein weiteres Wasser aufnehmen und dauerhaft gegen die Schwerkraft halten. Bei 0 Prozent nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt).
12.06.2020; Deutscher Wetterdienst (DWd); in: Pressemitteilng von Freitag, 21.04.2020, mit dem Titel „Bodenfeuchte in Deutschland im April ungewöhnlich gering“; https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2020/20200421_agrarwetter_trockenheit.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Bundesregierung plant Fördermittel für die Umsetzung des neuen Düngerechts

Bundesregierung plant Fördermittel zum Düngerecht. Foto: Peter Gaß frg/bmu. WIESBADEN/BERLIN. 27. März 2020 – Der Bundesrat hat am Freitag, dem 27. März 2020, Änderungen im Düngerecht beschlossen, die zu einem besseren Schutz des Grundwassers in Deutschland führen werden. Damit entspricht das deutsche Düngerecht künftig den europäischen Standards zum Gewässerschutz. Viele neue Vorgaben werden bereits in wenigen Wochen in Kraft treten, wenn die novellierte Düngeverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist. Die neuen strengeren Regeln für besonders belastete rote Gebiete gelten dagegen erst ab dem 1. Januar 2021, um der bis dahin durchzuführenden Überprüfung der Gebietsabgrenzung nicht vorzugreifen. Die Bundesregierung wird Fördermittel für Agrarumweltprogramme und Investitionen zur Verfügung zu stellen, um die Betriebe bei dem anstehenden Transformationsprozess zu unterstützen.

Die Neufassung der Düngeverordnung führt bundesweit verpflichtende Maßnahmen ein. So werden die Sperrfristen, in denen die Ausbringung von Düngemitteln in den Herbst- und Wintermonaten verboten ist, verlängert, die ungedüngten Abstände zu Gewässern vergrößert und und die Düngung auf gefrorenem Boden wird verboten. Mit den neuen Regeln wird auch ein verbessertes Monitoring der Nitratwerte eingeführt. Künftig sollen die Belastungen deutschlandweit genauer analysiert werden, um rechtzeitig effektive Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

Eine zentrale Maßnahme ist die Reduzierung der Düngung um 20 Prozent pro Betrieb in den Gebieten, die besonders hohe Nitratbelastungen aufweisen („rote Gebiete“). Diese gilt ab dem 1. Januar 2021. Bis dahin soll zunächst eine Verwaltungsvorschrift von Bund und Ländern erarbeitet werden als einheitliche Grundlage für die Ausweisung dieser roten Gebiete durch die Bundesländer. Ziel ist, dass die Ausweisung in Zukunft differenzierter erfolgt und sich stärker am Verursacherprinzip orientiert. Eckpunkte dieser Verwaltungsvorschrift sind bereits mit den Ländern abgestimmt.
10.06.2020; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare sicherheit (BMU); in: Pressemitteilng Nr. 051/20, von Donnerstag, 27.03.2020, mit dem Titel „Schulze: Neues Düngerecht sorgt für besseren Schutz des Grundwassers“; https://www.bmu.de/pressemitteilung/schulze-neues-duengerecht-sorgt-fuer-besseren-schutz-des-grundwassers/

Anbaufläche von Winterweizen im Jahr 2020 um 7 % gesunken

Anbaufläche von Winterweizen im Jahr 2020 um 7 % gesunken. Foto: Peter Gaß frg/destatis. WIESBADEN. 15. Mai 2020 – Die Anbaufläche von Winterweizen, der anbaustärksten Getreideart in Deutschland, ist im Jahr 2020 um 7 Prozent gegenüber 2019 gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) ersten Schätzungen zufolge mitteilt, haben die Landwirte in Deutschland für das Erntejahr 2020 auf 2,84 Millionen Hektar Winterweizen angebaut. Das waren 213.000 Hektar weniger als im Jahr 2019. Im Erntejahr 2020 nimmt Winterweizen damit 46 Prozent der gesamten Getreideanbaufläche ein. Die Angaben zu den Anbauflächen für das Erntejahr 2020 beruhen auf den Mitteilungen einer begrenzten Anzahl von Ernte- und Betriebsberichterstattern in den Bundesländern von Mitte April 2020. Daher sind die Ergebnisse als vorläufige Anbautendenzen zu bewerten. Ein genaueres Bild wird im Juli 2020 mit den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung zur Verfügung stehen.
15.05.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng Nr. 168, von Freitag, 15.05.2020, mit dem Titel „Anbaufläche von Winterweizen im Jahr 2020 um 7 % gesunken“; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_168_412.html

Bestandsführung

Die Landwirte führen ihre Bestände. Foto: Peter Gaß Die Landwirte führen ihre Bestände. Dies ist in jedem Jahr eine Herausforderung. Im Frühjahr 2020 spielen der frühe Vegetationsbeginn und der geringe Niederschlag entscheidende Rollen. Die Kontaktbeschränkungen, die aufgrund der Corona-Pandemie gelten, haben auf die Landwirtschaft in der Regel nur einen gernigen Einfluss.

Erntehelfer

Über Erntehelfer gibt es viele Diskussionen. Foto: Peter Gaß
Über Erntehelfer gibt es viele Diskussionen. Es wird über Ausnahmen für ausländische Saisonarbeitskräfte und über Studenten auf den Feldern gesprochen. Im Handel gibt es zum Teil kräftige Preisanhebungen. Diese wurden überwiegend mit der Corona-Situation begründet.

Trockener April

Der April 2020 war zu trocken. Foto: Peter Gaß Deutschland erlebte im Jahr 2020 den zwölften zu trockenen April in Folge. Der Soll-Niederschlag beträgt 58 Liter pro Quadratmeter. Im April 2020 ist mit 17 Litern pro Quadratmeter kaum ein Drittel dieses Solls gefallen. Die Verteilung ist regional stark unterschiedlich. In Hessen ist bis zur Monatsmitte nur 1,3 Prozent der üblichen Monatsmenge gefallen. In Rheinland-Pfalz waren es knapp 15 Liter pro Quadratmeter.
30.04.2020; dpa; „April 2020 rekordverdächtig“ in: Wiesbadener Kurier, Donnerstag, 30.04.2020, Seite 28

Rapsblüte

Rapsblüte. Foto: Peter Gaß frg/ufop. WIESBADEN/BERLIN. 24. April 2020 – Kein Virus, sondern zwei sehr trockene Jahre haben zu einem deutlichen Rückgang des Anbaus von Raps geführt. Nachdem die Anbaufläche von Winterraps als Folge der langanhaltenden Trockenheit im Dürrejahr 2018 auf den niedrigsten Wert seit der Jahrtausendwende gesunken war, haben die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland für die Ernte 2020 wieder rund 90.000 Hektar mehr ausgesät. So sind es aktuell rund 950.000 Hektar, die leuchtend gelb blühen. Das entspricht rund 8 Prozent der Ackerfläche Deutschlands, wobei das Niveau früherer Jahre damit bei Weitem noch nicht wieder erreicht wurde.
30.04.2020, UFOP – Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.; Pressemitteiung vom 21. April 2020; „Rapsblüte 2020 – Bundesweit blühen jetzt die Rapsfelder“

Der Einsatz von Wachstumsreglern bei Backgetreide wird diskutiert.

Der Einsatz von Wachstumsreglern bei Backgetreide wird diskutiert. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 15. Mai 2020 – In der Zeitschrift Praxisnah, Ausgabe 2, Mai 2020, wird auf den Seiten 10 und 11 über das Thema Wachstumsregler in Backgetreide geschrieben. Wie dem Artikel zu entnehmen ist, „[…] fordern auch in Deutschland große Mühlengruppen bereits jetzt rückstandsfreie Getreidepartien […]“. Ebenso gibt es laut dem Artikel diese Beobachtung bei Brauereien und regionalen kleinderen Mühlen.

Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS e.V. nahm dazu am Mittwoch, dem 13. Mai 2020 wie folgt Stellung : „Der Einsatz von Wachstumsreglern ist im konventionellen Getreideanbau sehr verbreitet. Für die Qualität und Sicherheit von Getreide ist dies nicht zu beanstanden, die Wirkstoffe sind zugelassen und entsprechend überprüft. Wachstumsregler sorgen mit dafür, dass die Ernte gesund eingefahren werden kann.

Im ökologischen Landbau sind die im konventionellen Landbau eingesetzten Wachstumsregler nicht erlaubt. Auch mancher Verarbeiter von konventionellem Getreide fährt spezielle Produktionen bei denen er ohne Wachstumsregler angebautes Getreide einsetzt.

Mitunter sind bestimmte Wirkstoffe, die in Europa eine Zulassung haben, in Drittstaaten nicht oder mit anderen Rückstandshöchstgehalten zugelassen. Mahlerzeugnisse und daraus hergestellte Produkte für den Export müssen diesen länderspezifischen Anforderungen natürlich genügen.

Es gibt verschiedene Projekte, in den Mühlenunternehmen gemeinsam mit ihren Lieferanten spezielle Kundenwünsche bzw. -anforderungen möglich machen.“

Coronavirus, SARS-CoV-2, COVID-19

Es wird weiter über das Coronavirus diskutiert. Die Fachredakteure haben den Beitrag „Coronavirus, SARS-CoV-2, COVID-19“ erstellt.

Coronavirus, SARS-CoV-2, COVID-19. Foto: Peter Gaß Die Fachbezeichnung für das neue Coronavirus lautet SARS-CoV-2. Es stellt nach MERS und SARS die dritte durch Coronaviren (CoV) ausgelöste Epidemie im 21. Jahrhundert dar. Die aus SARS-CoV-2 resultierende Lungenkrankheit heißt COVID-19. COVID-19 ist die Abkürzung für den englischen Begriff coronavirus disease 2019; auf Deutsch: Coronavirus-Krankheit 2019. Klassifikation nach ICD-10: U07.1 – COVID-19, Virus nachgewiesen, U07.2 – COVID-19, Virus nicht nachgewiesen.

Adidas will keine Ladenmiete zahlen – und macht dann einen Rückzieher

Adidas will keine Ladenmiete zahlen. Foto: Peter Gaßfrg/mbz. WIESBADEN/REGENSBURG. 3. April 2020 – Da wurden einem seine Grundmaximen glatt zum Verhängnis: Tempo, Spurt- und Sprungkraft, Wendigkeit – all das sind Begriffe, für die der Sportartikelhersteller Adidas steht und stehen will. So gesehen war es konsequent, dass die Herzogenauracher Traditionsfirma als eines der ersten Unternehmen losstürmte, als die Bundesregierung den Mieterschutz ausdehnte. Grundlage dafür ist Art. 5 § 2 des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht, das der Bundestag am Mittwoch, dem 25. März 2020 verabschiedet hat. An Adidas hatte man in Berlin dabei sicher nicht gedacht, aber die Drei-Streifen-Marke war ganz vorne dabei, um vor den Zahlungen an seine Vermieter davonzulaufen.

Nach der hellen Aufregung darüber musste die Sportartikelgröße sich am Dienstag, dem 31. März 2020 kleinlaut entschuldigen. Recht so. Die Not war ja nicht akut erdrückend. Fast 900 Millionen Euro hat Adidas flüssig in der Kasse liegen, zwei Milliarden Euro Gewinn blieben im Jahr 2019 hängen. Es soll Unternehmen geben, die mit weniger auskommen müssen. Deshalb drängte sich schon die Frage auf, was man bei Adidas, Deichmann oder H&M unter einem gesunden Geschäftsgebaren versteht. Folgt das wirtschaftliche Denken in unseren Spitzenetagen – und nicht nur dort – der Maxime: Nehme sich, wer kann, und möglichst viel davon. Nicht wer braucht, soll bekommen, sondern wer stark, clever und rücksichtslos genug ist?

Diese Unternehmen haben uns empört und einen Schock versetzt. Sie waren im übertragenen Sinne als Erste beim Amt, als ihr Einkommen schwand. Da stemmt der Staat ein Hilfsprogramm nie da gewesener Dimension mit Hunderten Milliarden Euro. Diese Schulden müssen wir Steuerzahler in dieser und der nächsten Generation schultern. Schon in der Bankenkrise vor über zehn Jahren wurden das Verständnis und die Solidarität der Bevölkerung arg strapaziert. Es gibt keinen Grund, diese Bereitschaft nun über Gebühr zu belasten. Wer jetzt frech und frei absahnt, der spuckt all jenen ins Gesicht, die ihm die helfende Hand reichen – und zerstört unsere Gesellschaft. Entsprechend empört haben die Bürger reagiert. Und Adidas hat – reichlich spät – verstanden, dass der Schaden der Aktion größer war als der Nutzen.

Diese Unternehmen werden leider nicht die Einzigen bleiben, die den schnellen Euro sparen beziehungsweise kassieren wollten. Wer will jemals nachprüfen, ob all die Einmalhilfen, die jetzt möglichst schnell an Kleinunternehmer ausgezahlt werden sollen, berechtigt waren? Ähnliches dürfte sich bei den Hilfspaketen für die großen Unternehmen abspielen. Greife zu, wer kann, so eine günstige Gelegenheit gibt es nur einmal im Leben. Mitnahmeeffekt nennt sich das, und es wird schlicht unmöglich sein, ihn zu verhindern. Jeder sollte sich an die Nase fassen und fragen, ob er das Geld braucht, oder einfach nur aufhebt, weil es gerade eben auf der Straße liegt. Das ist die Kehrseite der Mammuthilfe.

Keine Frage: Der Staat muss jetzt mit vollen Händen helfen. Es gibt so viele Hilfebedürftige, die nichts für ihre plötzliche missliche Lage können. Gesunde Unternehmen und Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben. Es spricht auch nichts dagegen, dass sich der Staat in dieser Situation an Unternehmen beteiligt. Im Kern geht es nun darum, zusammenzustehen, sich gegenseitig zu helfen. Dieser Zusammenhalt schien vor der Corona-Krise zu zerbröseln. In diesen und den nächsten Tagen entscheidet sich, ob wir diesen Trend aufhalten und umkehren, oder ob es mit noch mehr Geschwindigkeit auseinandergeht. Das sollte sich niemand wünschen, auch Adidas nicht.
26.06.2020; Bernhard Fleischmann, Mittelbayerische Zeitung; in: Pressemitteilng, von Mittwoch, 01.04.2020, mit dem Titel „Nehme sich, wer kann didas hat in der Krise ein miserables Vorbild gegeben. Gestern kam die kleinlaute Entschuldigung. Von Bernhard Fleischmann“; https://www.presseportal.de/pm/62544/4562408

Corona-Warn-App

Corona-Warn-App. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 16. Juni 2020 – Am Dienstag, dem 16. Juni 2020 startete die Corona-Warn-App. Diese wurde von der Deutschen Telekom und ihrer Tochter T-Systems gemeinsam mit SAP entwickelt. Die App ersetzt nicht die bisherigen vorbeugenden Maßnahmen. Weiterhin bleiben Abstandhalten, Einhalten der Hygieneregeln und das Tragen der Alltagsmasken die wichtigsten Säulen der Pandemiebekämpfung.

Haltbare Lebensmittel sind gefragt

Haltbare Lebensmittel sind gefragt. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 23. April 2020 – Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, zog im März 2020 insbesondere der Absatz von Obstkonserven (9. bis 15. März: +126 %) und Gemüsekonserven (9. bis 15. März: +137 %) deutlich an.
23.04.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng Nr. 146, von Donnerstag, 23.04.2020, mit dem Titel „Corona-Krise: Experimentelle Daten zeigen aktuelles Kaufverhalten“; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_146_61.html

Handhygiene: Seife, Desinfektion

Handhygiene: Seife, Desinfektion. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 23. April 2020 – Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt bleibt die Nachfrage nach Seife und Desinfektionsmitteln überdurchschnittlich hoch. Zwar liegen die Verkaufszahlen nicht mehr auf so einem hohen Niveau wie im März, dennoch lag der Absatz von Desinfektionsmitteln in der Woche vom 13. bis 19. April bei +71 Prozent und der von Seife bei +10 Prozent über dem Durchschnitt der sechs Monate von August 2019 bis Januar 2020.
23.04.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng Nr. 146, von Donnerstag, 23.04.2020, mit dem Titel „Corona-Krise: Experimentelle Daten zeigen aktuelles Kaufverhalten“; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_146_61.html

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsbereich

  • begrenzt viruzid
  • wirksam gegen behüllte Viren
  • begrenzt viruzid PLUS
  • viruzid

zu nutzen.

Häusliche Quarantäne

Häusliche Quarantäne. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 23. April 2020 – Der Umgang mit häuslicher Quarantäne wird aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert. Teilweise halten sich die Infizierten nicht daran. Teilweise brechen sie aus. Teilweise werden Barrikaden durchbrochen und Polizisten verbal und körperlich angegriffen.

Kondomabsatz steigt um 56 %

Kondomabsatz steigt um 56 %. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 23. April 2020 – Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, waren Kondome besonders in der Woche vom 12. bis zum 22. März stark gefragt (+56 Prozent gegenüber August 2019 bis Januar 2020), aber auch in der Woche vor Ostern war der Absatz überdurchschnittlich (+6 Prozent).
23.04.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng Nr. 146, von Donnerstag, 23.04.2020, mit dem Titel „Corona-Krise: Experimentelle Daten zeigen aktuelles Kaufverhalten“; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_146_61.html

Homeoffice

Homeoffice. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 23. April 2020 – Über Homeoffice wird aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert. Manche wünschen sich so schnell als möglich eine Rückkehr in Gemeinschaftsbüros. Manche fordern ein Recht auf Homeoffice. Einige Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter so schnell als möglich aus dem Homeoffice zurück ins Bürogebäude holen. Andere Unternehmen wollen die Homeofficeregelungen künftig sehr großzügig gestalten.

ÖPNV

ÖPNV. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 23. April 2020 – Zu Beginn des 2. Quartals 2020 wurde das Angebot stark eingeschänkt. Die Verkehrsbetriebe haben dadurch sehr viel Geld für Beschäftigte, Wartung, Reinigung, Kraftstoff etc. gespart. Überstunden konnten abgebaut werden. Im Laufe des 2. Quartals 2020 wurde das Angebot wieder erweitert. Zum Ende des 2. Quartals gab es nahezu flächendeckend wieder ein vollständiges Angebot. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Wiesbaden sehr voll. Weniger als 50 Prozent der Fahrgäste halten sich an die Verpflichtung, einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Soziale Distanz

Soziale Distanz. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 23. April 2020 – Es wird über soziale Distanz, das Einschränken von Sozialkontakte und das Vermeiden von Menschenansammlungen diskutiert. Viele Menschen – insbesondere junge Menschen – halten sich nicht daran. Es gibt Demonstrationen, bei denen gegen die Abstandsregeln demonstriert wird. Politiker und Virologen werden nicht müde zu betonen, dass Abstandsregeln weiterhin wichtig sind.

Spendenkonto für Sexarbeiterinnen

Spendenkonto für Sexarbeiterinnen. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 3. April 2020 – Viele Gruppen fühlen sich durch die Corona-Pandemie besonders benachteiligt. Das treibt mitunter seltsame Blüten. So werden Spendenkonten für Sexarbeiterinnen ins Leben gerufen.
Wiesbadener Kurier, Freitag, 03.04.2020, Seite 28, „Spendenkonto für Sexarbeiter“

Sportübungen für Zuhause

Sportübungen für Zuhause. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 3. April 2020 – Da Sportstudios etc. geschlossen haben, entdecken viele Menschen Sportübungen für Zuhause. Beretis einfache Übungen können helfen. Dehnungsübungen stehen weit oben auf der Beliebtheitskala. Viele Menschen bauen die Sporteinheiten in ihren Tagesablauf ein.

Toilettenpapier

Toilettenpapier. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 23. April 2020 – Über Toilettenpapier wird weiterhin diskutiert. Die gefühlte Menge an verkauftem Toilettenpapier entspricht jedoch nicht dem, was tatsächlich im Einzelhandel abgesetzt wird. Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, lagen die Verkaufszahlen für ausgewählte Hygieneartikel in der 16. Kalenderwoche vom 13. bis 19. April 2020 weiter deutlich unter den Zahlen der Wochen zuvor. So lag der Absatz von Toilettenpapier erneut fast zwei Drittel (-65 Prozent) unter dem Durchschnittswert der Monate August 2019 bis Januar 2020 (6. bis 12. April: -64 Prozent).

Digitalisierung, Cybercrime

Corona-Warn-App

Corona-Warn-App. Foto: Peter Gaßfrg/breg. WIESBADEN/BERLIN. 16. Juni 2020 – Corona-Warn-App: Am Dienstag, dem 16. Juni 2020, startete die Corona-Warn-App. Diese wurde von der Deutschen Telekom und ihrer Tochter T-Systems gemeinsam mit SAP innerhalb von 50 Tagen entwickelt. Die Entwicklungskosten betrugen 50 Millionen Euro. Die Betriebskosten betragen 2,5 bis 3,5 Millionen Euro pro Monat. Für die App sind bestimmte Hard- und Softwarevoraussetzungen erforderlich.

Sie steht seit Dienstag, dem 16. Juni 2020, zum kostenlosen Download im App Store von Apple bzw. im Google Play Store zur Verfügung. Die App hilft, Infektionsketten schneller und umfassender zu erkennen und effektiv zu unterbrechen. Wenn jeder Einzelne schnell über eine mögliche Infektion durch Kontakt mit einem Infizierten informiert wird, kann er schnell reagieren und sich und andere schützen. Die Familie, Freunde und das gesamte Umfeld. Die App ist ein wichtiger Beitrag, um die Covid19 Pandemie zu begrenzen. Die App ist kein Allheilmittel. Weiterhin bleiben Abstandhalten, Einhalten der Hygieneregeln und das Tragen der Alltagsmasken die wichtigsten Säulen der Pandemiebekämpfung.

Die Corona-Warn-App nutzt die Bluetooth-Low-Energy-Technik, um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen zu messen, die die App installiert haben. Die Mobilgeräte „merken“ sich Begegnungen, wenn die vom Robert-Koch-Institut (RKI) festgelegten Kriterien, insbesondere zu Abstand und Zeit, erfüllt sind. Dann tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dann werden die Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, die die Corona-Warn-App aktiv nutzen. Wenn die App installiert ist, prüft sie, ob der Nutzer Corona-positiv getestete Personen getroffen hat. Falls das der Fall ist, zeigt die App eine Warnung an. Absolute Transparenz, hohe IT-Sicherheit sowie umfassender Datenschutz und größtmögliche Barrierefreiheit sind wesentliche Merkmale der App. Der Bundesregierung ist es wichtig, dass alle Bürger wissen: Die Nutzung der App ist freiwillig.

Die „Corona-Warn-App“ ist ein Projekt im Auftrag der Bundesregierung und wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegeben. Basierend auf einer dezentralen Softwarearchitektur, haben Deutsche Telekom und SAP die Anwendung entwickelt. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Zentrum CISPA standen den Unternehmen dabei zur Seite. Auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik waren von Beginn an an der Entwicklung der Corona-Warn-App beteiligt, sodass die Anwendung die notwendigen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet. Erstmalig und in dieser Form auch einmalig war die breite Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Entwicklung dieser App. Im Sinne einer maximalen Transparenz wurden alle Bestandteile und Codes der App auf der OpenSource-Plattform github veröffentlicht. Darüber hinaus wurde die Community auch zur aktiven Gestaltung und Kritik an den Entwürfen eingeladen. Insgesamt gab es hier bereits knapp eine halbe Million Views.

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Bundesregierung vertreten durch den Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn, den Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, den Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht und die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär zusammen mit dem Präsident des RKI, Lothar H. Wieler und dem CEO der Deutsche Telekom AG, Timotheus Höttges und dem CTO der SAP SE, Jürgen Müller am Dienstag, dem 16. Juni 2020, um 10:30 Uhr der Öffentlichkeit die Corona-Warn-App vorgestellt.
26.06.2020; Bundesregierung; in: Pressemitteilng, von Dienstag, 16.06.2020, mit dem Titel „Veröffentlichung der Corona-Warn-App „; https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/veroeffentlichung-der-corona-warn-app-1760892

Hackerangriff auf deutsche Forschungsrechner

Hackerangriff auf deutsche Forschungsrechner. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 29. Mai 2020 – Im Mai 2020 wurden die drei größten deutschen Rechner Opfer einen Hackerangriffs. Sie wurden gezielt lahmgelegt. Dies sind der Hawk (Stuttgart), Supermuc (Garching) und Juwels (Jülich). Auch Hochleistungsrechner an den Universitäten in Dresden, Karlsruhe und Freiburg wurden angegriffen. Es bleibt meist nichts anderes übrig, als die Rechner herunterzufahren und neu zu installieren. Das ist aufwändig und teuer. Der deutschen Wissenschaft fehlt dadurch ein großer Teil der benötigten Rechnerkapazität. Die Urheber der Hackerangriffe sind unklar. Es kann sein, dass die Rechner zu Botnetzen hinzugefügt wurden und die Rechenleistung verkauft wurde.
29.05.2020; Thomas Thiel: Shutdown der Rechensysteme; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, F.A.Z.; Nr. 122; Mittwoch, 27. Mai 2020; Seite N4

Mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Cookies

Mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Cookies. Foto: Peter Gaßfrg/eco. WIESBADEN/KÖLN. 28. Mai 2020 – Mit seinem Urteil von Donnertag, dem 28. Mai 2020, zum Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen und der Planet49 GmbH hat der Bundesgerichtshof (BGH) das Einwilligungserfordernis vor der Verarbeitung von personenbezogenen Daten klargestellt. Werbetreibende Unternehmen benötigen beim Setzen von personenbezogenen Cookies somit die freiwillige, explizite Einwilligung der Nutzer, wie es auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und die europäische E-Privacy-Richtlinie vorschreiben.
19.06.2020; eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.; in: Pressemitteilng, von Donnerstag, 28.05.2020, mit dem Titel „eco zum BGH-Urteil: Mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Cookies“; https://www.eco.de/presse/eco-zum-bgh-urteil-mehr-rechtssicherheit-im-umgang-mit-cookies/

Leitlinien zur Einwilligung in die Nutzung von Websites

Leitlinien zur Einwilligung in die Nutzung von Websites. Foto: Peter Gaßfrg/bfdi. WIESBADEN/BONN. 19. Mai 2020 – Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat am 5. Mai 2020 die Leitlinien zur Einwilligung in die Nutzung von Internetseiten aktualisiert. Der EDSA stellt klar, dass der Zugang zu einem Web-Service nicht abhängig von der Erlaubnis in das Setzen von sogenannten Cookies sein darf. Auch die bloße Weiternutzung einer Seite wird nicht als wirksame Einwilligung angesehen. Als Mitglied des EDSA befürwortet der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Professor Ulrich Kelber die Aktualisierung: „Es gibt immer noch Internetseiten, die durch Ihren Aufbau den Nutzenden Tracking aufdrängen. Die aktualisierten Leitlinien machen erneut deutlich, dass Einwilligungen nicht erzwungen werden können. Die meisten Cookie-Walls und die Annahme, dass das Weitersurfen eine Einwilligung bedeutet, widersprechen dem Aspekt der Freiwilligkeit und verstoßen gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Ich wünsche mir, dass Verantwortliche daraus die richtigen Schlüsse ziehen und endlich datenschutzfreundliche Alternativen anbieten.“
19.05.2020; Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI); Pressemitteilung Ausgabe 10/2020 vom 7. Mai 2020 mit dem Titel „EDSA aktualisiert Leitlinien zur Einwilligung bei Internetseiten“; https://www.bfdi.bund.de/DE/Infothek/Pressemitteilungen/2020/10_Leitlinien-Einwilligung-Internet-aktualisiert.html

Hackerangriff auf die Fluggesellchaft Easyjet

Hackerangriff auf die Fluggesellchaft Easyjet. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 22. Mai 2020 – Im Januar 2020 erfolgte ein Hackerangriff auf die Fluggesellchaft Easyjet. Das Unternehmen hat dies in der zweiten Maihälfte bekannt gegeben. Von ca. neun Millionen Kunden wurden E-Mail-Adressen und Reisedaten erbeutet. Von 2.200 Kunden wurde auch auf Daten von Kreditkarten zugegriffen.
22.05.2020; Deutschlandunk; in: Easyjet meldet Hackerangriff auf Daten von 9 Millionen Kunden; Deutschlandfunk; Dienstag, 19. Mai 2020; https://www.deutschlandfunk.de/cyber-kriminalitaet-easyjet-meldet-hackerangriff-auf-daten.1939.de.html?drn:news_id=1132221

Cyber-Kriminelle nutzen Corona-Krise vermehrt aus

Cyber-Kriminelle nutzen Corona-Krise vermehrt au. Foto: Peter Gaß frg/bsi. WIESBADEN/BONN. 3. April 2020 – Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beobachtet eine Zunahme von Cyber-Angriffen mit Bezug zum Corona-Virus auf Unternehmen und Bürger. So werden Unternehmen und Betriebe per E-Mail durch die Täter aufgefordert, persönliche oder unternehmensbezogene Daten auf gefälschten Webseiten preiszugeben. Die Cyber-Kriminellen geben sich als vermeintliche Institutionen zur Beantragung von Soforthilfegeldern aus. Die betrügerisch erlangten Daten werden anschließend für kriminelle Aktivitäten missbraucht.

Das Informationsbedürfnis vieler Bürger nutzen Cyber-Kriminelle ebenfalls aus. So konnte das BSI eine exponentielle Zunahme an Registrierungen von Domainnamen mit Schlagwörtern wie „corona“ oder „covid“ beobachten. Neben der Nutzung für legitime Informationsangebote werden viele dieser Domainnamen für kriminelle Aktivitäten missbraucht. Nutzer werden auf solchen Websites zum Download und anschließender Installation vermeintlicher Software-Updates aufgefordert. Tatsächlich werden die Systeme der Nutzer dadurch mit Schadprogrammen infiziert. Auch werden Spam-Mails mit vermeintlichen Informationen in Bezug auf Corona im Dateianhang zur Verbreitung von Schadprogrammen versendet. Nach einer erfolgreichen Infektion mit diesen Schadprogrammen können die Angreifer unter anderem Betrug beim Onlinebanking der Nutzer durchführen oder Zugriff auf Unternehmensnetzwerke erlangen, um sensible Informationen auszuspähen oder Daten zu verschlüsseln und dann die Opfer anschließend zu erpressen.

Mit betrügerischen Online-Shops machen sich Betrüger zudem die derzeit erhöhte Nachfrage nach Schutzbekleidung oder Atemmasken zunutze. Diese Waren werden nach Bestellung und Bezahlung nicht geliefert oder sind von minderwertiger Qualität.
03.04.2020; Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); in: Pressemitteilng, von Donnerstag, 02.04.2020, mit dem Titel „Cyber-Kriminelle nutzen Corona-Krise vermehrt aus“; https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2020/Cyber-Kriminell_02042020.html

Energiewirtschaft

Windkraft im 1. Quartal 2020 erstmals wichtigster Energieträger bei der Stromerzeugung

Windkraft in Q1 2020 wichtigster Strom-Energieträger. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 28. Mai 2020 – Im 1. Quartal 2020 wurde in Deutschland mit 72,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das Stromnetz eingespeist als aus konventionellen Energieträgern. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Strommenge aus erneuerbaren Energien gegenüber dem 1. Quartal 2019 um 14,9 Prozent auf einen Anteil von 51,2 Prozent der insgesamt eingespeisten Strommenge. Den höchsten Anstieg verzeichnete mit +21,4 Prozent der Strom aus Windkraft, was vor allem auf ein sehr windreiches Quartal zurückzuführen ist.

Mit 34,9 Prozent der insgesamt eingespeisten Strommenge war die Windkraft erstmals der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung. Die Einspeisung aus konventionellen Energieträgern sank dagegen um 21,9 Prozent. Insbesondere der Kohlestrom-Anteil war mit -33,4 Prozent deutlich niedriger als im 1. Quartal 2019.
28.05.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng Nr. 189, von Donnerstag, 28.05.2020, mit dem Titel „Stromerzeugung im 1. Quartal 2020: Windkraft erstmals wichtigster Energieträger“; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_189_43312.html

Akzeptanz für den Neubau von Windrädern

Akzeptanz für den Neubau von Windrädern. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 15. Mai 2020 – Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mehr Akzeptanz für den Neubau von Windrädern schaffen – mithilfe von Prämien für Kommunen oder preiswerterem Strom für Anwohner.
15.05.2020; Jan Drebes, Birgit Marschall; „Altmaiers Klima-Bonbons“; in: Wiesbadener Kurier; Mittwoch, 13.05.2020; Seite 4

Finanzen

Commerzbank: Virtuelle Hauptversammlung

Commerzbank: Virtuelle Hauptversammlung. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 13. Mai 2020 – Die virtuelle Hauptversammlung der Commerbank AG fand am Mittwoch, 13. Mai 2020 statt.Der Bruttoaufwand für die Hauptversammlung 2019 (Präsenz) betrug ca. 2,50 Millionen Euro. Der Bruttoaufwand (inkl. Umplanung) für die Hauptversammlung 2020 (Virtuell) betrug ca. 1,06 Millionen Euro.
Virtuelle Hauptversammlung der Commerbank, Mittwoch, 13.05.2020, Antwort auf eine Frage aus dem Kreis der Aktionäre bzw. Aktionärsvertreter.

Commerzbank: Virtuelle Hauptversammlung. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 13. Mai 2020 – Bei der Hauptversammlung 2019 (Präsenz) waren in der Spitze ca. 1.300 Personen persönlich anwesend. Bei der Hauptversammlung 2020 (Virtuell) haben 891 Personen den öffentlichen Teil, für allen zugänglichen Teil, der Hauptversammlung via Internet verfolgt (Stand: 13.05.2020, 13:00 Uhr).
Virtuelle Hauptversammlung der Commerbank, Mittwoch, 13.05.2020, Antwort auf eine Frage aus dem Kreis der Aktionäre bzw. Aktionärsvertreter.

Steuererklärung: Durchschnittlich 1.027 Euro Erstattung

Steuererklärung: Durchschnittlich 1.027 Euro Erstattung. Foto: Peter Gaßfrg/destatis. WIESBADEN. 27. Mai 2020 – Das zweite Quartal ist für viele Menschen die Zeit, sich um ihre Einkommenssteuererklärung zu kümmern. Da viele Menschen mit einer Erstattung rechnen können wird geraten, die Steuererklärung so früh als möglich abzugeben. Auch hier muss Corona als aktueller Anlass herhalten. Der FDP-Finanzexperte und Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler ist sich sicher: „In Zeiten von Corona wirkt eine rechtzeitige Steuererklärung wie ein Konjunkturprogramm.“

Im Jahr 2016 gab es in Deutsch­land rund 25,5 Millionen unbeschränkt Steuer­pflichtige, die aus­schließlich Ein­nahmen aus nicht­selbständiger Arbeit und eventuell Kapital­einkünfte erzielten. 13,7 Millionen dieser Steuerpflichtigen ließen sich zur Einkommensteuer veranlagen. Davon erhielten 12 Millionen Steuerpflichtige eine Steuererstattung. Diese lag im Durch­schnitt bei 1.027 Euro. Besonders häufig waren Rück­erstattungen zwischen 100 und 1 000 Euro (58 Prozent). Bei 9 Prozent der Betroffenen fiel die Rück­zahlung geringer als 100 Euro aus. Beträge über 5.000 Euro erstatteten die Finanz­ämter in 2 Prozent der Fälle.

Eine Nach­zahlung an das Finanz­amt mussten 1,5 Millionen Steuer­pflichtige leisten – der durch­schnittliche Betrag lag bei 1.180 Euro. Die Nach­zahlungen bewegten sich ebenso wie die Erstattungen besonders häufig im Bereich zwischen 100 und 1.000 Euro (56 Prozent). Kleinere Beträge unter 100 Euro mussten 23 Prozent der Steuer­pflichtigen zahlen. Hohe Summen über 5.000 Euro betrafen dagegen lediglich 3 Prozent der Steuer­pflichtigen.
26.06.2020; Statistisches Bundesamt (destatis) Wiesbaden; in: Pressemitteilng, von Mittwoch, 27.05.2020, mit dem Titel „Steuererklärung: Durchschnittliche Rückerstattung lag bei 1 027 Euro“; https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Lohnsteuer-Einkommensteuer/im-fokus-steuererklaerung.html

Gesellschaft

Sexuelle Belästigung auf häufigsten durch Kunden

Sexuelle Belästigung auf häufigsten durch Kunden. Foto: Peter Gaß frg/ads. WIESBADEN/BERLIN. 1. April 2020 – Es wird weiterhin über sexuelle Belästigung in unterschiedlichen Kontexten diskutiert. Dabei tritt das sportliche Umfeld in das Blickfeld.

Jede elfte erwerbstätige Person (neun Prozent der Befragten) hat in den vergangenen drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Frauen waren mit einem Anteil von 13 Prozent mehr als doppelt so häufig wie Männer (fünf Prozent) betroffen. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die am Freitag, dem 25. Oktober 2019 veröffentlicht wurde.

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Belästigungen ging von Dritten – Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten – aus. Bei 43 Prozent der belästigenden Personen handelte es sich um Kolleginnen und Kollegen; bei 19 Prozent waren es Vorgesetzte oder betrieblich höhergestellte Personen.
26.06.2020; Antidiskriminierungsstelle des Bundes; in: Pressemitteilng, von Freitag, 16.10.2020, mit dem Titel „Studie zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Jede elfte Person wurde in den letzten drei Jahren im Job belästigt / Mehr als die Hälfte der Übergriffe ging von Kundinnen und Kunden aus“; https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/20191025_Studie_Sexuelle_Belaestigung.html

Gewalt gegen Einsatzkräfte

Gewalt gegen Einsatzkräfte. Foto: Peter Gaß frg/ads. WIESBADEN/BERLIN. 1. April 2020 – Es werden weiterhin Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) etc. bei ihren Einsätzen behindert und angegriffen. Die Aktionen werden häufig gefilmt und in sogenannten sozialen Netzwerken verbreitet. Darüber wird schon lange diskutiert. Die Polizei wird häufig aufgefordert deeskalierend auf die Personen einzuwirken. Das scheint diese nicht zu beeindrucken.

Krawalle

Krawalle. Foto: Peter Gaßfrg/gdp. WIESBADEN/BERLIN. 26. Juni 2020 – Neujahrsnacht, 1. Mai, „Vatertag“, türkische Hochzeiten, Hambacher Forst, Grünheide (Tesla, Brandenburg), Gx-Gipfel, Fridays for Future, Black Lives Matter, Fastnacht, Fussballspiele, Halloween, Blockupy, Konzerte, Shisha-Bars, Autorennen, Gaffer auf Autobahnen etc. – nach den Krawallen, Plünderungen und Angriffen gegen Polizisten in Göttingen und Stuttgart tun viele Politiker – von der Kommune über die Bundesländer bis zum Bund – so, als hätten sie davon noch nie etwas gehört. Wenn man als Bürger, für den es bereits seit vielen Jahren zahlreiche No-Go-Aereas gibt, die lokalen Politiker darauf anspricht bekommt man gesagt: „Deutschland wird bunter“. Das hilft nicht weiter. Als Maßnahme wird – wenn überhaupt – nach jahrelanger Diskussion ein Alkoholverbotsschild angebracht (z. B. Wiesbaden, Platz der Deutschen Einheit) oder die Allzweckwaffe Überwachungskameras gezückt (z. B. Wiesbaden, sogennantes Kulturzentrum Alter Schlachthof). 36.126 Fälle von „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“ wurden im Jahr 2019 nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) polizeilich registriert.

Zu den Angriffen auf polizeiliche Einsatzkräfte in Stuttgart und Göttingen in Juni 2020 sagt Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP):
„Wir verspüren hierzulande ein politisches Reizklima. Noch ist es zu früh, eine neue Gewaltwelle zu erkennen, die sich bedrohlich auftürmt und auf den Staat zurollt. Fakt ist: Gruppierungen erheben sich in brutaler, zynischer und arroganter Art und Weise über behördliche Maßnahmen und Anweisungen. Vor dem Hintergrund überbordender Gewalt gegen polizeiliche Einsatzkräfte und der maßlosen Zerstörung fremden Eigentums ist jedoch höchster Grund zur Besorgnis geboten. Der Widerstand an sich ist das, was solche Menschen antreibt. Konstruktive, demokratische Debatten werden von solchen Tätergruppen abgelehnt, ihr egozentrisches Geltungsbedürfnis auf dem Rücken anderer dagegen ausgelebt. Die Polizei schützt unser Gemeinwohl. Das tut sie mit Leib und Leben, mit ihrer Gesundheit. Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen die Unterstützung nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der Politik. Die Innenministerkonferenz hat es bereits mit ihrer ‚Erfurter Erklärung‘ vorgemacht. Die Innenminister haben sich vorbehaltlos vor ihre Polizeien gestellt.“
26.06.2020; Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP); in: Pressemitteilung, von Sonntag, 21.06.2020, mit dem Titel „Statement: Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu den Angriffen auf polizeiliche Einsatzkräfte in Stuttgart und Göttingen“; https://www.presseportal.de/pm/42541/4629931; Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit rund 194.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.

36.126 Angriffe auf Polizisten. Foto: Peter Gaßfrg/bka. WIESBADEN. 15. Mai 2020 – 36.126 Fälle von „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“ wurden im Jahr 2019 polizeilich registriert. Das sind fast 3.000 Fälle mehr als im Vorjahr (2018: 33.260 Fälle / + 8,6 Prozent). Das geht aus dem Bundeslagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte“ hervor, das am Donnerstag, dem 28. Mai 2020, vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht wurde. Wie das aktuelle Lagebild zeigt, wurden 69.466 Polizisten im Jahr 2019 Opfer von Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen. Das entspricht einer Zunahme von 5,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 (65.896 Opfer). 31.194 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, 5,9 Prozent mehr als im Jahr 2018. Die Täter bleiben selten unbekannt: Die Aufklärungsquote für den Straftatbestand „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“, der eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht, lag im Jahr 2019 bei 98,5 Prozent (2018: 99 Prozent). Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes,sagt dazu: „Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich 200 Polizisten Opfer von Gewalt. Einsatzkräfte werden bei einer Protestkundgebung in Mannheim mit Böllern beworfen, in Frankfurt am Main kam es anlässlich einer Kontrollmaßnahme zu einem Angriff auf die Beamten mit Eisenstangen. Dies sind aktuelle Beispiele, Taten, die bestürzen, die konsequent geahndet werden müssen. Denn Polizisten sorgen für die Sicherheit Deutschlands, und das rund um die Uhr.“
28.05.2020; Bundeskriminalamt (BKA); in: Pressemitteilung, von Donnerstag, 28.05.2020, mit dem Titel „Ge­walt ge­gen Po­li­zis­tin­nen und Po­li­zis­ten nimmt zu“; https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2020/Presse2020/200528_pmBLBGewaltPVB.html

Gesundheit

Welcher Krisentyp sind Sie?

Ein Fels in der Brandung? Foto: Peter Gaßfrg/tme/fzm. WIESBADEN/STUTTGART. 17. April 2020 – Der Begriff „Krise“ ist derzeit fast unauflöslich mit dem Wort „Corona“ verbunden. Die Pandemie hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche und politische Dimensionen und wirkt sich damit auf jeden einzelnen in der Gesellschaft aus. In der Psychologie bezeichnen Krisen jede Art von Veränderung oder Umbruch, für die dem Betroffenen zunächst eine Lösungsperspektive fehlt. Damit, welche Krisentypen und welche Bewältigungsstrategien es gibt, beschäftigen sich zwei Beiträge in der Fachzeitschrift „PiD Psychotherapie im Dialog“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2020).

Das Ende einer Beziehung, der Tod eines Angehörigen, eine schwere Erkrankung oder der Verlust des Arbeitsplatzes – es gibt eine Vielzahl von Auslösern, die einen Menschen in eine persönliche Krise stürzen können. „Der Betroffene fällt aus seiner Routine und findet sich in einer neuen Situation wieder, in der gewohnte Problemlösungsansätze plötzlich nicht mehr hilfreich sind“, erklärt Dr. Diplom-Psychologe Hans Lieb, der eine psychotherapeutische Praxis in Edenkoben betreibt und als Lehrtherapeut für Verhaltens- und Systemtherapie tätig ist. Die Herausforderung sei dann, eine neue Balance zu finden und letztlich zu einer neuen Normalität zu gelangen.

Mit dieser Herausforderung gehen die Menschen sehr unterschiedlich um. Gemeinsam mit Diplom-Psychologin Barbara Brink, einer Kollegin vom Institut für Familientherapie in Weinheim, hat Lieb fünf Krisenbewältigungstypen ausgemacht, die sich im Umgang mit krisenhaften Situationen und der Suche nach einem Ausweg deutlich unterscheiden.

Der „schnelle Handler“ etwa begegnet der Krise mit rascher, aktiver Problemlösung und trifft schnell Entscheidungen. Dabei vertraut er am liebsten auf sich selbst, nimmt ungern Hilfe an und läuft Gefahr, über das sinnvolle Maß hinaus in Aktionismus zu verfallen. Ganz anders gehen „Nebler“ mit der Situation um: Sie vermeiden Entscheidungen, möchten sich nicht festlegen (lassen) und sind innerlich zerrissen. „Damit verwirren sie nicht nur andere, sondern auch sich selbst“, haben Brink und Lieb beobachtet. Auf der anderen Seite lassen sie sich Zeit für wichtige Differenzierungen und schützen sich so vor übereilten Entscheidungen. In ähnlicher Weise sind auch die drei übrigen Bewältigungstypen mit Stärken und Ressourcen, aber auch mit Schwächen verbunden. „Einsame Wölfe“ etwa ziehen sich in Krisen eher zurück und verlassen sich vor allem auf sich selbst, „chronisch Kriselnde“ dagegen befinden sich praktisch ständig im Krisenmodus und lassen andere daran ausgiebig teilhaben. „Wisser und Vergesser“ schließlich haben in ihrem Leben schon viele Krisen gut gemeistert, fühlen sich in der akuten Situation aber trotzdem hilflos.

Aus therapeutischer Sicht ist es wichtig, jeden dieser Bewältigungsstile oder individuelle Mischformen anzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. „Keine dieser Verhaltens- und Erlebensweisen sollte pathologisiert werden“, sagen Lieb und Brink. Vielmehr gelte es, die darin enthaltenen Lösungsansätze und Ressourcen zu nutzen. Auch für die Betroffenen sei es hilfreich, sich die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu machen und sich gleichzeitig die Ressourcen der anderen Bewältigungsstile vor Augen zu führen. „Eine flexible und gute Krisenbewältigung speist sich letztlich aus den Ressourcen aller fünf Stile“, so die Autoren. „Auf dem Weg, uns diese Ressourcen zu erschließen, sind wir alle – immer wieder und ein Leben lang.“
H. Lieb, B. Brink: Krisenbewältigungsstile: Merkmale, Erlebensweisen, therapeutische Konsequenzen, PiD Psychotherapie im Dialog 2020; 21 (1); S. 89 – 93; H. Lieb: Krisen: Merkmale, Varianten, Bewältigung, PiD Psychotherapie im Dialog 2020; 21 (1); S. 25 – 32
26.06.2020; Thieme-Verlag; in: Pressemitteilung, von Freitag, 17.04.2020, mit dem Titel „Welcher Krisentyp sind Sie?“; https://www.thieme.de/de/presse/Krisentypen-154905.htm

Hauswirtschaft

Frühjahrsputz

Frühjahrsputz. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 20. April 2020 – Viele Menschen kümmern sich im 2. Quartal um einen Frühjahrsputz. Wie Karin Overbeck von der Firma Freudenberg berichtet steigt die Nachfrage nach Bodenreinigungssystemen, Handschuhen, Mikrofasertüchern und Ropfreinigern. Die Firma Freudenberg ist für die Marke Vildea bekannt. Bei der Bodenreinigung helfen die „handfreien“ Systemen. Bei diesen muss kein schmutziger Lappen oder ähnliches mit der Hand angefasst werden.
26.06.2020; Achim Preu im Interview mit Karin Overbeck, Freudenberg: Tücher und Mopps täglich bei 60 Grad waschen; in: Wiesbadener Kurier, Samstag, 18. April 2020, Seite 9

Jahreszeit

Frühjahr

Frühjahr. Foto: Peter Gaßfrg. WIESBADEN. 1. April 2020 – Im Frühjahr erwacht die Natur. Es wird wieder grün. Pflanzen beginnen zu blühen. Auf den Feldern tut sich einiges. Insekten fliegen. Vögel zwitschern. Bei vielen Menschen wirkt sich dies positiv auf die Gemütslage aus. Für Pollen-Allergiker ist dies eine Zeit mit zusätzlichen Belastungen.

Krötenwanderung

Krötenwanderung. Foto: Peter Gaßfrg/nabu. WIESBADEN/BERLIN. 1. April 2020 – Die frühlingshaften Temperaturen locken Frösche, Kröten, Molche und Unken in ganz Deutschland aus ihren Winterquartieren. Sie begeben sich zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) bittet darum Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 Stundenkilometer zu fahren. „In den kommenden Wochen steuert das Paarungsgeschehen auf seinen Höhepunkt zu.“ so Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik.

Autofahrer müssen daher besonders gut aufpassen. Was viele nicht wissen: Die Tiere können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Schleich. Eine umsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helfer wichtig. „Der Einsatz an den Straßen wird weniger gefährlich, wenn Autofahrer Warnschilder und Tempolimits beachten – zumal die Einsätze in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind“, so Schleich.

Seit vielen Jahren kämpfen Naturschützer gegen den Amphibientod an unseren Straßen. Sie stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Für diese ehrenamtliche Arbeit sind zahlreiche Helfer nötig. Der NABU bietet deshalb Sonderseiten zum bundesweiten Wandergeschehen an. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert und wo Helfer gebraucht werden.
26.06.2020; Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU); in: Pressemitteilung, von Freitag, 28.02.2020, mit dem Titel „NABU: Kröten und Frösche wandern wieder“; https://www.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=28532&db=presseservice

Kirchenjahr

Fastenzeit

Fastenzeit. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 1. April 2020 – Die gläubigen Christen bereiten sich in der Fastenzeit auf Ostern vor. Sie versuchen bewusster zu leben, verzichten auf Fleisch, Alkohol, Süßigkeiten, nehmen sich mehr Zeit für das Gebet. Im Zuge der Digitalisierung wird häufig ein digitales Fasten empfohlen. Dies kann für die Abhänigkeit von der Technik, von Bestätigungen durch Likes, von der Jagd nach irrelevanten Neuigkeiten verdeutlichen.

Ostern in Kirchen ohne Volk

Ostern in Kirchen ohne Volk. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 1. April 2020 – Ostern im Jahr 2020 ist etwas Besonderes. Die Versammlung in Gotteshäusern ist wegen der Infektionsgefahr verboten. Viele Ostergottesdienste finden ohne Volk statt. Es gibt Diskusionen, in wie weit eine Messe dann gültig ist. Gläubige Katholiken vermissen die Kommunion.

Politik

Bundesregierung will mit Wums aus der Krise

Bundesregierung will mit Wums aus der Krise. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Die Bundesregierung einigt sich auf ein Konjunkturprogramm mit einem Umfang von 130 Milliarden Euro. Dadurch soll u. a. die Umsatzsteuer für ein halbes Jahr reduziert, die EEG-Umlage durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt, Gewerbesteuerausfälle bei den Kommunen kompensiert, ein Familienbonus von 300 Euro pro Kind, die Kaufprämie für Elektroautos erhöht werden. Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister sagte bei der Vorstellung des Programms: „Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen.“
04.06.2020; loe: Koalition einigt sich auf 130-Milliarden-Konjunkturpaket; in: Frankfurter Allemeine Zeitung (F.A.Z.), Nr. 128, Donnerstag, 4. Juni 2020, Seite 1

Hessen: Kommunalwahlen am 14. März 2021

Hessen: Kommunalwahlen am 14. März 2021. Foto: Peter Gaß frg/stkh. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer, hat am Donnerstag, dem 28. Mai 2020, in Wiesbaden den 14. März 2021 als Datum für die nächsten Kommunalwahlen in Hessen verkündet. Diesen Termin für die Wahlen zu den Kreistagen, Stadt- und Gemeindeparlamenten sowie den Ortsbeiräten legte das Kabinett auf Vorschlag von Innenminister Peter Beuth fest..
28.05.2020; Hessische Staatskanzlei; in: Pressemitteilung, von Donnerstag, 28.05.2020, mit dem Titel „Kommunalwahlen finden am 14. März 2021 statt“; https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/kommunalwahlen-finden-am-14-maerz-2021-statt-0

Hessen: Suizid von Finanzminister Schäfer bestätigt

Suizid von Finanzminister Schäfer bestätigt. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Beim Tod von Hessens ehemaligen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) ist eindeutig von Suizid auszugehen. Das teilt Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden auf Anfrage des Wiesbadener Kuriers mit. Oberstaatsanwalt Andreas Winkelmann wird mit den Worten „Es ist vielmehr eindeutig von einem Suizid auszugehen.“ zitiert.
27.05.2020; cc: Eindeutig Suizid in: Wiesbadener Kurier, Mittwoch, 27.05.2020, Seite 5

Hessen: FDP-Parteitag im Juni abgesagt

Hessen: FDP-Parteitag im Juni abgesagt. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Die FDP Hessen sagt den für Samstag, 6. Juni 2020 geplanten Parteitag ab. Der Vorsitzende Dr. Stefan Ruppert bleibt länger im Amt. Ursprünglich wollte Ruppert den Vorsitz zum 6. Juni 2020 niederlegen. Der nächste reguläre Parteitag ist für Samstag, 14. November 2020, in Stadtallendorf geplant. Als Kandidatin für die Nachfolge steht weiterhin die stellvertretende Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Bettina Stark-Watzinger zur Verfügung.
20.05.2020; FDP Hessen; Meldung vom 20. April 2020 mit dem Titel „DR. RUPPERT zum Landesparteitag“; https://fdp-hessen.de/meldung/dr-ruppert-zum-landesparteitag/

Hessen: Neuer Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) vereidigt

Hessen: Neuer Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) vereidigt. Foto: Peter Gaß frg/stkh. WIESBADEN. 3. April 2020 – Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat Michael Boddenberg als neuen Finanzminister der Hessischen Landesregierung vereidigt. Die Parlamentarier haben die Landesregierung am Freitag, dem 3. April 2020, in ihrer neuen Zusammensetzung in einer Vertrauensabstimmung bestätigt. Michael Boddenberg folgt auf Dr. Thomas Schäfer, der Ende März 2020 unter tragischen Umständen zu Tode gekommen ist.
03.04.2020; Hessische Staatskanzlei, Wiesbaden; in: Pressemitteilng, von Montag, 03.04.2020, mit dem Titel „Ministerpräsident Bouffier vereidigt Michael Boddenberg als neuen Finanzminister“; https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/ministerpraesident-bouffier-vereidigt-michael-boddenberg-als-neuen-finanzminister

Wiesbaden: Dr. Hendrik Schmehl (SPD) als Fraktionsvorsitzender bestätigt

WI: Schmehl als SPD-Fraktionsvorsitzender bestätigt. Foto: Peter Gaß frg/spdlhwif. WIESBADEN. 9. Juni 2020 – Dr. Hendrik Schmehl (SPD) wurde am Montag, dem 8. Juni 2020 als Fraktionsvorsitzender der SPD-Rathausfraktion der Landeshauptstadt Wiesbaden im Rahmen der jährlichen Wahl des Fraktionsvorstandes einstimmig wiedergewählt. Auch die drei stellvertretenden Vorsitzenden Nadine Ruf, Simon Rottloff und Stephan Belz wurden in ihren Ämtern bestätigt. Komplettiert wird der Vorstand durch die seither kooptierte Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel. Auch die Fachsprecher*innen wurden in ihren Ämtern bestätigt. Für die einzelnen Bereiche sind die folgenden Personen verantwortlich:
Finanzen und Beteiligungen: Stephan Belz; Soziales und Gesundheit: Simon Rottloff; Integration, Bürgerbeteiligung und Netzpolitik: Michaela Apel; Schule: Jens Groth; Kultur: Hendrik Schmehl; Freizeit und Sport: Michael David; Revision: Urban Egert; Umwelt: Nadine Ruf; Bau, Planung und Verkehr: Gerhard Uebersohn ; Frauen, Wirtschaft und Beschäftigung: Anita Hebenstreit
09.06.2020; Dr. Hendrik Schmehl: SPD-Rathausfraktion bestätigt Fraktionsvorstand. Hendrik Schmehl einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt.; in: Pressemitteilung der SPD-Rathausfraktion der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dienstag, 9. Juni 2020

Wiesbaden: Ex-OB Gerich jetzt bei J. Molitor Immobilien GmbH

WI-Ex-OB Gerich bei J. Molitor Immobilien GmbH. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Sven Gerich (SPD), ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden arbeitet seit 1. Mai 2020 bei der Firma J. Molitor Immobilien GmbH, Ingelheim am Rhein. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 1989 Projektentwickler für Immobilien. Es entwickelt und realisieret Immobilienprojekte auf eigenes Risiko. Weierhin ist es Dienstleister im Auftragsbau. Das das Bauunternehmen Karl Gemünden GmbH & Co. KG ist in der Öffentlichkeit wesentlich bekannter. Es ist ein Schwesterunternehmen der Firma J. Molitor Immobilien GmbH.
27.05.2020; Olaf Streubig: „Sven Gerich wechselt die Rheinseite“ in: Wiesbadener Kurier, Mittwoch, 27.05.2020, Seite 5

Wiesbaden: Wolfgang Nickel wird 75

WI: Wolfgang Nickel wird 75. Foto: Peter Gaß frg/stkh. WIESBADEN. 4. Juni 2020 – Wolfgang Nickel (CDU), ehemaliger Stadtverordnetenvorsteher der Landeshauptstadt Wiesbaden, feiert seinen 75. Geburtstag.

Er wurde am Montag, dem 25. Juni 2018 mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Der pensionierte Polizist engagiert sich seit vier Jahrzehnten im kommunalpolitischen Bereich. Von 1981 bis heute gehört er als Mitglied der CDU-Fraktion der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung an. Von 2001 bis 2009 amtierte er als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Im November 2009 übernahm Wolfgang Nickel nach dem Tod der Wiesbadener Stadtverordnetenvorsteherin Angelika Thiels dieses Amt zunächst kommissarisch und nach erfolgter Neuwahl im Jahr 2011 dauerhaft. Der heute 73-Jährige hatte dieses wichtige Amt als „erster Bürger der Stadt“ bis zum Jahr 2016 inne.

Wolfgang Nickel ist seit 1977 Ortsvorsteher des Wiesbadener Stadtteils Naurod. Bereits von 1972 bis 1976 war er Gemeindevertreter der damals noch selbstständigen Gemeinde Naurod und nachfolgend stellvertretender Vorsitzender und schließlich Vorsitzender dieses Gremiums. Ebenso ist Wolfgang Nickel im Vorstand des CDU-Stadtbezirksverbands Wiesbaden-Naurod aktiv.

„Sein kommunalpolitisches Wirken beschränkte sich dabei nicht nur auf das Übliche. Wolfgang Nickel nahm über das normale Maß hinaus an Veranstaltungen auf kommunaler Ebene und im Wiesbadener Stadt- und Vereinsleben teil. Allein der Stadtteil Naurod zählt rund 30 Vereine. Hier erfüllte er nicht nur mit steter und unermüdlicher Präsenz seine Repräsentationspflichten wie kein Zweiter, sondern auch als aktiver Teilnehmer, sei es als maßgeblicher Antreiber von Projekten, als Ansprechpartner vor Ort, Berater, Laudator, Redner oder Schirmherr“, hob Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Auszeichnung hervor. Wolfgang Nickel gelte als „Mann der Tat“. Dies habe ihm sein vorbildliches Auftreten sowie sein moderater Ton und respektvoller Umgang sowohl mit den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus und Stadtparlament, vor allem aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern, parteiübergreifend große Anerkennung und Beliebtheit beschert, führte der Ministerpräsident aus.

Wolfgang Nickel wurde 2002 vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt und hat seit dieser Erstauszeichnung sein ehrenamtliches Engagement unermüdlich fortgeführt und erweitert, sagte Volker Bouffier. Im Jahr 2016 wurde der 73-Jährige für sein Engagement um das Handwerk mit der Ehrenmedaille der Handwerkskammer Wiesbaden ausgezeichnet. „Sein in Zeit und Umfang außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement über einen Zeitraum von bisher 45 Jahren ist beispielgebend und wird mit der Verleihung mit dem Hessischen Verdienstorden gewürdigt“, sagte der Ministerpräsident.
03.06.2020; Christina Oxfort: „Mit Leib und Seele dabei“ in: Wiesbadener Kurier, Mittwoch, 03.06.2020, Seite 10;
26.06.2020; Hessische Staatskanzlei; in: Pressemitteilung, von Montag, 25.06.2018, mit dem Titel „Ministerpräsident übergibt Bundesverdienstkreuz und Hessischen Verdienstorden“; https://www.hessen.de/pressearchiv/pressemitteilung/ministerpraesident-uebergibt-bundesverdienstkreuz-und-hessischen-verdienstorden-0

Umwelt-, Klimaschutz

European Green Deal soll der wirtschaftlichen Erholung dienen

European Green Deal soll der wirtschaftlichen Erholung dienen. Foto: Peter Gaß frg/bmu. WIESBADEN/BERLIN. 22. Mai 2020 – Unter Vorsitz der Umweltstaatssekretäre Jochen Flasbarth (Deutschland) und Brune Poirson (Frankreich) hat die Deutsch-Französische Meseberger Klima-AG einen Weg zum nachhaltigen Aufbau der Wirtschaft nach der Covid-19-Pandemie aufgezeigt. Beteiligt waren alle mit der Klimapolitik befassten Ministerien beider Länder. In der gemeinsamen Abschlusserklärung schlagen beide Regierungen vor, den „European Green Deal“ mit Maßnahmen zur schrittweisen Dekarbonisierung der europäischen Industrie so zu gestalten, dass er der wirtschaftlichen Erholung der gesamten EU dient. Kompass soll dabei das Pariser Klimaabkommen mit dem Ziel der Klimaneutralität sein.

Mit einem nachhaltigen Finanzsystem, sektorübergreifenden Innovationen und einer starken Kreislaufwirtschaft können Impulse für Klimaschutz, Innovation und Beschäftigung gegeben werden. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie und ihrer starken wirtschaftlichen Auswirkungen sendet die Deutsch-Französische Erklärung ein Signal, dass beide Staaten fest hinter dem Treibhausgasneutralitäts-Ziel bis 2050 stehen und den Vorschlag zu einer Anhebung des 2030-Ziels von 40 auf 50 bis 55 Prozent begrüßen.

Auch international soll die EU als Vorreiter im Klimaschutz einen umweltverträglichen Neustart anregen, der sich an den Zielen der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung ausrichtet. Hier kommt der internationalen Klimafinanzierung eine besondere Rolle zu. Die bevorstehenden EU-Gipfel mit China und der Afrikanischen Union stellen außerdem wichtige Etappenziele dar, um wichtige Fortschritte im im globalen Klimaschutz zu erreichen.

Auch der Erhalt der biologischen Vielfalt sollte wesentlicher Bestandteil des Neustarts sein. Die Covid-19-Pandemie zeigt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt und die Entstehung von Pandemien zusammenhängen. Auf globaler Ebene wollen beide Staaten für die Zeit nach 2020 einen ehrgeizigen Rahmen für die biologische Vielfalt schaffen, der insbesondere die Umsetzung stärkt.

Die Meseberger Klima-AG bringt alle für Klimapolitik relevanten deutschen und französischen Ministerien zusammen. Sie geht auf einen Aufruf von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Macron im Jahr 2018 zurück.
26.06.2020; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare sicherheit (BMU); in: Pressemitteilng Nr. 070/20, von Montag, 18.05.2020, mit dem Titel „Deutschland und Frankreich setzen auf starken Klimaschutz beim Neustart nach der Corona-Krise „; https://www.bmu.de/pressemitteilung/deutschland-und-frankreich-setzen-auf-starken-klimaschutz-beim-neustart-nach-der-corona-krise//

Wirtschaft

Rettungspaket für Lufthansa

Rettungspaket für Lufthansa. Foto: Peter Gaß frg/lhc. WIESBADEN/FRANKFURT AM MAIN. 25. Juni 2020 – Am Donnerstag, dem 25. Juni 2020 fand eine außerordentliche Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG als virtuelle Hauptversammlung statt. Dabei waren 39,0 Prozent des Grundkapitals vertreten. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung ging es im wesentlichen um die Genehmigung des Rettungspaketes, bei dem sich der deutsche Staat 23 Jahre nach der Privatisierung an dem Konzern beteiligt.

Die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG haben sich am Donnerstag, dem 25. Juni 2020, für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und der Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland an der Deutschen Lufthansa AG ausgesprochen. 98 Prozent des anwesenden, vertretenens bzw. durch Briefwahl abgestimmten Kapitals stimmten für die Annahme der Beschlussvorlage der Gesellschaft und somit für das Rettungspaket. Damit stimmte deutlich mehr als die notwendige Zweidrittelmehrheit für die Annahme. Vor Beginn der Hauptversammlung hatte bereits die Europäische Kommission das Stabilisierungspaket genehmigt.

Das Paket sieht Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von bis zu 9 Milliarden Euro vor. Der WSF wird Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutschen Lufthansa AG leisten. Außerdem wird er im Wege einer Kapitalerhöhung eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG aufbauen. Dieser Kapitalerhöhung wurde bei der Hauptversammlung am Donnerstag, dem 25. Juni 2020, zugestimmt. Ebenso stimmten die Aktionäre für die Einräumung von zwei Umtauschrechten für Teile der Stillen Einlagen. Diese Umtauschrechte sollen einerseits den Bund gegen eine Übernahme der Lufthansa und darüber hinaus die Zinszahlungen für die Stille Einlage absichern. Beide Umtauschrechte können beim Eintritt dieser Bedingungen in jeweils weitere 5 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft gewandelt werden. Ergänzt wird das Paket durch einen Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro unter Beteiligung der KfW und privater Banken.

Über die Freigabe der Stabilisierungsmaßnahmen in den weiteren Heimatmärkten der Lufthansa Group – Belgien, Österreich, Schweiz, wurde bis Donnerstag, dem 25. Juni 2020 noch nicht entschieden.
25.06.2020; Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft; in: Pressemitteilng, von Donnerstag, 25.06.2020, mit dem Titel „Aktionäre machen den Weg für Stabilisierungsmaßnahmen frei“; https://newsroom.lufthansagroup.com/german/newsroom/all/aktion-re-machen-den-weg-f-r-stabilisierungsma-nahmen-frei/s/3dadb4d0-1799-4120-b291-8cb14a5da57c

Wirecard stellt Insolvenzantrag

Wirecard stellt Insolvenzantrag. Foto: Peter Gaß frg. WIESBADEN. 25. Juni 2020 – Am Donnerstag, dem 25. Juni 2020 hat die Wirecard AG beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag eingereicht. Es geht damit in die Geschichte der Bundesrepulik Deutschland und des Deutschen Aktien Index (DAX) ein. Es ist das erste Mitgliedsunternehmen des DAX, das Insolvenz anmelden muss.

Um das Unternehmen ranken sich seit vielen Jahren Gerüchte. Kaum jemand konnte beschreiben, was es eigentlich tut, warum die Abwicklung von Zahlungen nicht klassische Banken erfolgt und wozu das weltweite Geflecht von Unternehmen dient. In der Wirtschaftspresse wird schon lange über Unregelmäßigkeiten berichtet. Das Unternehmen Wirecard wurde über viele Jahre von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, früher Ernst & Young, geprüft. In der Branche wird von Bilanzfälschung gesprochen. Es mehren sich die Anzeichen, dass EY diese jahrelang übersehen und fehlerhafte Jahresabschlüsse testiert hat. Damit hat das Wirtschaftsprüfungunternehmen gegen seine Abschlussprüferpflichten verstoßen. Die Versäumnisse wurden durch eine Sonderprüfung offengelegt. Diese hat Wirecard – nicht ohne Druck von Außen – selbst in Auftrag gegeben. Die Sonderprüfung wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durchgeführt.

Deutsche Bahn baut Einzelwagenverkehr aus

Deutsche Bahn baut Einzelwagenverkehr aus. Foto: Peter Gaß frg/db. WIESBADEN/BERLIN. 15. Juni 2020 – Die Deutsche Bahn hatte den Einzelwagenverkehr in den letzten Jahren massiv eingeschränkt. Jetzt soll er wieder ausgebaut werden. In einem Pressegespräch mit der DB Cargo hat CEO Sigrid Nikutta eine verfünffachung in Aussicht gestellt.
15.06.2020; Deutsche Bahn, Pressestelle; in: Einzelauskunft; von Sonntag, 14.06.2020

Internet löst Print-Bereich als wichtigsten Werbeträger ab

Internet löst Print-Bereich als wichtigsten Werbeträger ab. Foto: Peter Gaß frg/zsw. WIESBADEN/BERLIN. 5. Juni 2020 – Die von der Branche erhobenen (originären) Werbedaten untermauern die größtenteils gute Werbekonjunktur im Jahr 2019: Sie steht für Gesamtinvestitionen von 48,3 Mrd. Euro und damit einen Anteil am BIP von 1,4 Prozent. Der Wert setzt sich zusammen aus den medienbasierten Investitionen in Werbung (34,9 Mrd. Euro), inklusive der Netto-Werbeeinahmen erfassbarer Werbeträger (25,0 Mrd. Euro), sowie den weiteren Formen kommerzieller Kommunikation (13,4 Mrd. Euro). Mit diesem Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtbilanz liegt die Werbewirtschaft mit anderen bedeutenden Branchen wie beispielsweise dem deutschen Pharmamarkt (46 Mrd. Euro Umsatz) und der Software- und Games-Industrie (45 Mrd. Euro Umsatz) auf Augenhöhe.

Das Internet hat im Jahr 2019 den Print-Bereich als wichtigsten Werbeträger abgelöst. Dies hat der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. am 4. Juni 2020 mitgeteilt. An der Spitze gab es eine Rochade. Die Anteile der Werbeträger am Gesamtnettoumsatz in Deutschland stellen sich wie folgt dar:

Werbeträger / Jahr 2018 2019
Internet 33,1 35,9
Print 35,5 33,5
Fersehen / Bewegtbild 20,6 20,7
Postalische Direktwerbung 11,9 11,5
Außenwerbung 4,7 4,9
Radio, Audio 3,3 3,4
Kino 0,3 0,4

Der Wettbewerb um „digitale Werbebudgets“ der werbenden Unternehmen ist, wie Marktbefragungen, Expertenbefragungen und die Auswertung von Sekundärquellen durch den ZAW belegen, bereits in einem außergewöhnlichen Maß konzentriert. Ein Großteil der Werbeeinnahmen in diesem Sektor entfällt auf wenige Log-In-Plattformen und Intermediäre, die zentrale strategische Positionen der digitalen Wirtschaft besetzt haben und mit ihren Geschäftsmodellen prägen (Browser, Betriebssysteme, App-Stores, Intermediäre). Sie entscheiden maßgeblich über den Datenzugang sämtlicher Marktteilnehmer in der Wertschöpfungskette und vereinnahmen hierüber den allergrößten Anteil des Wachstums im Online-Werbemarkt. Diese Entwicklung droht nach ZAW-Recherchen zukünftig weiter beschleunigt zu werden. Der ZAW fordert deshalb einen klaren Kurs der Politik in Deutschland und auf europäischer Ebene. Erstens: Bei der Datenschutzregulierung dürfen die Log-In-Plattformen nicht bevorzugt werden. Es wäre in jeder Hinsicht fatal, wenn der bestehenden Vormachtstellung der Plattformen weitere Vorteile durch den Gesetzgeber zugespielt würden. Zweitens: Wegen der herausragenden Bedeutung datenbasierter Refinanzierungsmöglichkeiten und den besonderen ökonomischen Bedingungen digitaler Märkte sollte das Wettbewerbsrecht Behinderungen beim Zugang und der Verarbeitung werbewirtschaftlich relevanter Informationen schneller und effektiver als bislang möglich verhindern. Die Vorschläge der GWB-Novelle gehen in die richtige Richtung, sind aber noch nachzubessern.
05.06.2020; Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V.; in: Pressemitteilung; von Donnerstag, 4. Juni 2020; mit dem Titel „Spitzenergebnis für den Gesamtwerbemarkt 2019 – Corona-Krise verändert viel in 2020“; https://zaw.de/spitzenergebnis-fuer-den-gesamtwerbemarkt-2019-corona-krise-veraendert-viel-in-2020/

Geschäftsklimaindex gesunken

Geschäftsklimaindex gesunken. Foto: Peter Gaß frg/ihkwi. WIESBADEN. 25. Mai 2020 – Der Geschäftsklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden ist auf einer 200-Punkte-Skala von 116 auf 64 Punkte gesunken. Das ist der niedrigste jemals gemessene Wert. Der Einbruch erfolgt noch schneller als bei der Finanz- und Schuldenkrise im Jahr 2009. Da betrug der Tiefstand 85 Punkte. Seit dem ging es schnell nach oben. Der Index hatte die 100-Punkte-Linie nicht mehr unterschritten. Die 100-Punkte-Linie markiert die Wachstumsschwelle. Der Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre betrug 115 Punkte.
25.05.2020; Dr. Florian Steidl, Chefsvolkswirt der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden; in: Pressegespräch, am Montag, 25. Mai 2020

Fotos: Peter Gaß, Stand: 26.06.2020 (67), 26.06.2020 (271), 10.06.2020 (269), 09.06.2020 (258), 03.06.2020 (249), 13.05.2020 (237), 30.04.2020 (198), 24.04.2020 (190), 03.04.2020 (119) 31.03.2020 (30)