Gemeinsame Ausbildung vom Feld übers Lager bis in die Mühle

Branchenfenster: Mühlen. Foto: Peter Gaß
Früher Müller - heute Verfahrenstechnologen Mühlen- und Getreidewirtschaft. Foto: Peter Gaß

lws./vgms. WIESBADEN / BERLIN. Seit dem Start des Ausbildungsjahres am 1. August 2017 werden Müller gemeinsam mit den Fachleuten für die Getreidelagerung ausgebildet. An diesem Zeitpunkt trat die neue „Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrenstechnologen Mühlen- und Getreidewirtschaft und zur Verfahrenstechnologin Mühlen- und Getreidewirtschaft (MühGetreiWiTechAusbV)“ mit den Fachrichtungen „Müllerei“ und „Agrarlager“ in Kraft.

Die gemeinsame Ausbildung läuft über zwei Jahre, bevor die Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr in den Fachrichtungen „Müllerei“ und „Agrarlager“ vertiefte Kenntnisse erwerben. Mit der neuen Ausbildungsverordnung rückt die Getreidewertschöpfungskette näher zusammen. Wichtig ist dies insbesondere, um den steigenden Anforderungen im Bereich Produktqualität und Lebensmittelsicherheit Rechnung zu tragen.

Die neugefasste Ausbildungsordnung basiert auf den weiterentwickelten Inhalten des bisherigen Ausbildungsberufs Müller/-in und wurde um die Agrarlagerwirtschaft, insbesondere die Lagerung von Getreide, ergänzt. Damit bietet sie eine umfassende Qualifikation für alle, die den Weg der Rohstoffe vom Feld übers Lager bis in die Mühle in Zukunft verantworten.

„Mit der neuen Ausbildungsordnung wollen wir das gegenseitige Verständnis für die Notwendigkeiten und Bedürfnisse der Partner in der Getreidelagerung und -verarbeitung stärken“,

sagt Andreas Bolte, zuständig für Aus- und Weiterbildung im Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS e.V. in Berlin.

Seit August 2017 lernen nun Müller in den ersten beiden Ausbildungsjahren gemeinsam mit den Auszubildenden in der Agrarlagerwirtschaft. Insbesondere die Themen Rohstoffkunde, Produktqualität und Lebensmittelsicherheit stehen dabei im Fokus des Unterrichts. Die neue Ausbildungsordnung trägt gestiegenen Anforderungen in den genannten Themenbereichen Rechnung.

„Gute fachliche Praxis bei der Gesunderhaltung von lagerndem Getreide, Ressourcen- und Vorratsschutz bekommen immer mehr Bedeutung, unter anderem auch, weil immer weniger Vorratsschutzmittel zur Verfügung stehen und Lebensmittelverluste vermieden werden müssen“,

sagt Andreas Bolte vom VGMS.

Die Lehrlinge des neuen Berufs wählen bereits zu Beginn ihre Fachrichtung. Im dritten Lehrjahr vertiefen sie ihre Kenntnisse und legen ihre Gesellenprüfung entweder in der Fachrichtung Müllerei oder Agrarlager ab.

Gesellen mit der Fachrichtung Müllerei arbeiten in Getreidemühlen, der Futtermittelwirtschaft, in Schäl-, Gewürz- oder Ölmühlen und überall dort, wo Zerkleinerungstechnik zum Einsatz kommt. Jedes Jahr schließen gut 80 Auszubildende Ihre Gesellenprüfung erfolgreich ab. Mit besten Berufsaussichten: Nahezu alle Absolventen werden übernommen, viele qualifizieren sich weiter zum Meister an der Meisterschule in Stuttgart oder zum staatlich geprüften Techniker an der Deutschen Müllerschule Braunschweig mit den Schwerpunkten müllereibezogene Verfahrenstechnik bzw. Anlagenbau. Durch die Fachrichtung „Agrarlager“ werden die Abschlusszahlen entsprechend ansteigen. Die gemeinsame Ausbildung erfolgt in den Müllerschulen in Stuttgart und Wittingen (Niedersachsen).

Foto: Peter Gaß
Text: Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS, Pressemitteilung vom 28. Juli 2017
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet. Diese Beiträge geben die Meinung, Wertung, Darstellung des jeweiligen Autors wider. Ein solcher Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion bzw. des Herausgebers wider.

Das sagt der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS über sich selbst (Pressemitteilung vom 27. Juli 2017): Im VGMS sind 575 Unternehmen organisiert, von mittelständischen, familiengeführten Unternehmen bis hin zu großen internationalen Konzernen. In den Betrieben werden rund 14 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Rohstoffe verarbeitet, unter anderem Weizen, Roggen, Hafer, Hartweizen, Mais, Reis und Stärkekartoffeln. Die Unternehmen sind wichtige Partner der Landwirtschaft sowie von Lebensmittelhandwerk, Industrie und Handel. Die Produktpalette reicht von Mehl über Haferflocken, Frühstückscerealien, Nudeln und Reis bis zu nativen und modifizierten Stärken sowie Stärkeverzuckerungsprodukten. In Deutschland und darüber hinaus versorgen die Unternehmen Tag für Tag Millionen Menschen mit hochwertigen, sicheren und zugleich preiswerten Lebensmitteln. Daneben stellen sie Produkte für die chemisch-technische und pharmazeutische Industrie sowie Einzelfuttermittel für die Tierernährung her. Mit ihren rund 12.000 Mitarbeitern erwirtschaften die im VGMS zusammengeschlossenen Branchen einen Umsatz von etwa sechs Milliarden Euro, mit ihren Produkten sind sie weltweit erfolgreich. Der VGMS vertritt ihre wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen gegenüber deutschen und europäischen Institutionen.

Über das Branchenfenster: Auf der Internetseite www.Der-Landwirt-schafft.de erscheint monatlich ein Branchenfenster. Der Veröffentlichung erfolgt jeweils am zweiten Montag eines Monats. Das Branchenfenster öffnet einen Blick in die Bereiche Arbeitsschutz, Fleischwirtschaft, Saatgut, Pflanzenschutz, Imkerei, Forschung, Mühlenwirtschaft, Obst / Gemüse, Biogas / Bioerdgas, Jagd, Zuckerindustrie. Die Themen können dem Redaktionsplan entnommen werden.